Aufruf zum Ostermarsch

Dere diesjährige Ostermarsch wurde aufgrund der Allgemeinverfügung zur Beschränkung von Sozialkontakten im öffentlichen Raum untersagt. Das ändert aber nichts an der Richtigkeit unserer Argumente.

Zukunft gibt es nur ohne Krieg und Umweltzerstörung

Hunderttausende Tote in Syrien seit Beginn des Bürgerkriegs, ca. 70 000 Tote und ungezählte Hungertote im Jemen. Dramatische Eskalation im Iran. Viele Menschen machen sich Sorgen um den Frieden, die Kriegsgefahr steigt: Die Kündigung des INF-Vertrags (Verbot von Mittelstreckenraketen) durch die USA im letzten Jahr und die „Modernisierung“ der 20 US-Atombomben in Büchel machen einen atomaren Krieg wieder wahrscheinlicher. Das US+NATO-Großmanöver Defender 2020 mit 37.000 Soldat*innen nebst 1.800 Panzern spitzt die Konfrontation gegenüber Russland zu, die mit der Osterweiterung der NATO seit 1990 begonnen wurde. 75 Jahre nach der Befreiung Europas vom Faschismus, auch durch die Rote Armee, marschieren wieder auch deutsche Soldaten an der russischen Grenze auf. Eine unerträgliche Provokation!

Auch die EU rüstet auf: PESCO, die „Ständige Strukturierte Militärische Zusammenarbeit“ schafft Voraussetzungen für gemeinsames militärisches Handeln, viel EU-Geld wird in Rüstungsprojekte gesteckt. Die Bundesregierung setzt zunehmend auf Militär, sie hat sich dem 2%-Aufrüstungsziel der NATO verpflichtet und will den Militärhaushalt von 45,1 Mrd. Euro 2020 auf weit über 80 Mrd. Euro im Jahr hochschrauben! Etwa 3.300 Soldat*innen befinden sich in Auslandseinsätzen. Deutsche Waffen sind an den meisten Kriegen beteiligt, die Rüstungsexporte erreichten 2019 neue Rekorde.

Die Zerstörung der Umwelt und die drohende Klimakatastrophe erfordern grundlegende Veränderungen der Wirtschaftsweise, die nicht zugunsten der Profitsicherung verhindert werden dürfen. Krieg ist die schlimmste Form der Umweltzerstörung: zerstörte Städte, brennende Ölfelder, zerbombte Chemiewerke. Militär und Rüstung fressen Energie, Rohstoffe, Finanzen und wissenschaftliche Leistungen – schon im Frieden

Fast 70 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, meist wegen der aktuellen Kriege, aber auch aufgrund der Wirtschaftsweise im Globalen Norden– mit unfairen Wirtschaftsabkommen zerstört die EU z.B. Märkte für regional hergestellte Güter in Afrika.

Insgesamt werden jedes Jahr etwa 2.000.000.000.000 (Billionen) Dollar für Kriege und Rüstung vergeudet. Damit wird die Zukunft unserer Welt verspielt, denn mit diesem Geld könnten Hunger und Elend, Kindersterblichkeit und Bildungsnotstand auf der ganzen Erde beseitigt werden.

Wir fordern von der Bundesregierung:

  • Sofortige Unterzeichnung des Atomwaffen-Verbotsvertrags der UNO! Abzug der Atomwaffen aus Büchel
  • Stopp der deutschen Waffenexporte in alle Welt
  • Keine Erhöhung der Militärausgaben – Abrüsten statt Aufrüsten! Dieses Geld brauchen wir für Schulen und Krankenhäuser, für Umweltschutz und auch für die Umstrukturierung der Wirtschaft
  • Keine Provokationen gegenüber Russland. Keine Teilnahme an Defender 2020. Neue Entspannungspolitik – Sicherheit gibt es nur mit Russland, nicht gegen Russland
  • Sofortige Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr. Mehr zivile Konfliktbearbeitung und präventive Diplomatie
  • Stopp der Militarisierung der EU
  • Sofortige und wirksame Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz zulasten der großen Konzerne
  • Bekämpfung von Fluchtursachen: Gerechte Wirtschaftsbeziehungen mit dem Globalen Süden. Keine Mauer um Europa, keine „Flüchtlingsdeals“ mit willfährigen Staaten

Hier ist der Flyer zu finden!

Ostermarsch – Umgang mit Absagen

Wir wissen nicht, wann wir uns mit unseren Bündnispartnern mal wieder treffen können. Deshalb bitte Überlegungen und gute Ideen über Mails austauschen.

Am 15.3. gab es eine Telefonkonferenz mit Veranstaltern der Ostermärsche bundesweit. Viele gehen davon aus, dass diese sowieso von den Behörden untersagt werden. Und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist jetzt auf andere Probleme gerichtet. (Trotz allem können wir uns vielleicht freuen, dass Defender 2020 wegen Corona “eingefroren” wurde – die Bundeswehr hat 1200 Betten in Bundeswehrlazaretten – hoffentlich auch für normale Bevölkerung)  
Trotzdem haben wir überlegt, was man jetzt machen könnte. Eine Verschiebung z.B. auf Pfingsten oder den 1. September wurde von allen für Unsinn angesehen: keiner weiß, wann und wie diese Situation zuende geht, und am 1. Sept. ist Anti-Kriegstag und ein guter Grund für Aktionen, aber das ist dann kein Ostermarsch.
In einem Ort wollen sie den Ostermarsch jetzt als Fahrraddemo durchführen – weniger Leute mit größerem Abstand. Es gab den Vorschlag, den vorgesehen Platz mit vielen Plakaten zu schmücken. Es wurde überlegt, Mahnwachen oder kleine Umzüge mit wenigen Leuten durchzuführen. Geld lieber für gute Zeitungsanzeigen zu nutzen. Wenn es ein allgemeines Ausgehverbot geben sollte (was ein Arzt für Blödsinn hielt – nichts wäre so gesund wie frische Luft!), dann könnte man von Balkons Friedensmusik laut abspielen. Wichtig fand ich die Idee, die vorgesehenen Rednerinnen und Redner ihre Beiträge mit Video aufnehmen zu lassen und dann ins Netz zu stellen.  
Bitte gebt Nachricht, was ihr von diesen Vorschlägen haltet und ob ihr noch weitere konstruktive, vielleicht sogar pfiffige und lustige Ideen habt.

Spenden bitte auf das Konto Bank für Sozialwirtschaft IBAN DE95 2512 0510 0009 4539 00 – BIC BFSWDE33HAN unter dem Stichwort Ostermarsch.

Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen

Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945.
Lesung mit dem Autor Ralf Buchterkirchen.
Dienstag, 17.3.20 um 19.00 im Pavillon

Fällt aus wegen Schließung des Pavillons.

Was haben Heinrich Rehse, Hubert Breitschaft, Robert Gauweiler, August Seifert und Anton Biesterfeld gemeinsam? Sie wurden als Soldaten der Wehrmacht zum „Ehrendienst am Deutschen Volk“ gezwungen und eckten aus unterschiedlichen Gründen an. So hat der Jugendliche Heinrich Rehse anderes im Kopf als strammzustehen und auf den Krieg vorbereitet zu werden… Hubert Breitschaft wird denunziert, als er spontan den Ausgang des Hitlerattentates bedauert, August Seifert verweigert den Eid auf Adolf Hitler…
Ralf Buchterkirchen stellt, basierend auf seinem neuen Buch, einzelne Biografien und Materialien für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen zum Thema vor.

Eine Veranstaltung von AK Regionalgeschichte Neustadt und DFG-VK. Der Eintritt ist frei.

Info-Veranstaltung: Was heißt Defender 2020 für uns?

Freitag, 20. März 2020 19.00 im Pavillon abgesagt wegen Schließung des Pavillons.

Zur Zeit findet in Europa das US-Manöver Defender 2020 mit Beteiligung von 16 NATO-Staaten, Finnland und Georgien statt. Wir merken wenig vom Manöver, die Panzer werden nachts über die Autobahn A2 transportiert. Trotzdem sollte das uns interessieren: es kostet nicht nur unser Geld – die Bundesregierung spricht von 2,5 Millionen Euro Kosten für Deutschland. Die Verlegung von 20.000 Gis über den Ozean kostet dazu Unmengen von Kerosin, Treibhausgasen und damit Klimaschäden, genau wie der Einsatz von Panzern, LKWs und anderem militärischen Gerät.
Vor allem aber kostet es Vertrauen, unsere internationalen Beziehungen werden gefährdet: ein Manöver von diesem ungeheurem Ausmass direkt an der russischen Grenze ist eine Provokation! Es bringt die Gefahr einer versehentlichen Eskalation und gefährdet damit unser Leben. Sicherheit für uns kann es nur mit Russland, nicht gegen Russland geben.

Nächster Friday for Future: 29.11.2019

Die Fridays for Future Hannover rufen auf:
Am 29.11. ist es wieder soweit. Wir gehen erneut mit #ALLEN auf die Straße.Die nächste globale Demo startet um 12:30 Uhr am Opernplatz! Die Politik setzt immernoch keine nachhaltige Klimapolitik um, deshalb gehen erneut Menschen weltweit auf die Straße. Lasst uns diese Demo unglaublich riesig machen. Dafür brauchen wir eure Unterstützung!

Das Friedensbüro Hannover unterstützt ihr Anliegen unter dem Motto: Krieg ist der größte Klimakiller!

Flucht! Was hat das mit uns zu tun?

Sonntag, 1. Dezember 15.00 Pavillon
Veranstalter: Seebrücke, VEN (Verband Entwicklungspolitik Nds,), Friedensbüro Hannover, Nds entwickeln, DFG-VK

15.00 Vorträge zum Thema “Flucht & Fluchtursachen” mit Mathias Monroy, außerdem zu Aktivitäten und Zielen der Seebrücke sowie zu “Fluchtursachen im Globalen Rahmen”

17.00 Workshops
18.30 Markt der Möglichkeiten
20.30 Szenische Lesung “Seestern in Südtirol”

Szenische Lesung ‘Seestern in Südtirol’

Sonntag, 1. Dezember 2019, 20:30 Uhr Kulturzentrum Pavillon

Szenische Lesung ‘Seestern in Südtirol‘ von Antonio Umberto Riccò – Regie von Willi Schlüter und Kay Szacknys – Musik von Mark Eichenseher – Mit Sprecher*innen des Spielkreis-Theater der Matthias-Kirche Hannover: Sigrid Jahnel, Liane Sickel und Michael Wöstefeld. Ein Projekt der AG Lampedusa-Hannover in Zusammenarbeit mit dem Theater in der List und dem Spielkreis-Theater der Matthias-Kirche Hannover.

Zum Inhalt: Ein 14-Jähriger wird auf der Brennerautobahn aufgegriffen. Gerade hat er Stunden der Angst hinter sich. Von Venedig bis Südtirol lag er unter einem Lkw, angebunden auf einer Achse.
Drei Zeugen erzählen seine Geschichte. Ihre Meinungen spiegeln unsere Gesellschaft wider: Zweifel und Vorurteile, Angst vor dem Fremden bis zur offenen Ablehnung wechseln sich mit Solidarität und Unterstützung ab.
Eine wahre, berührende Geschichte.

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