„Die Ereignisse in Syrien, insbesondere in Aleppo, können uns nicht kalt lassen!“


Ein kurzer Bericht über unsere Mahnwache – verbunden mit einigen bohrenden Fragen

Am Dienstag, vier Tage vor Weihnachten, haben wir uns bei kalten Wintertemperaturen am Schillerdenkmal getroffen. Wir, d. h. Aktive von Friedensbüro und DFG-VK Hannover, von ‚Frauen in Schwarz‘ und weitere Freundinnen und Freunde, sogar mit internationalem Hintergrund. Mit einer Mahnwache und einem Infotisch haben wir Menschen in der Innenstadt auf die Situation in Syrien/Aleppo angesprochen. Dabei reagierten erschreckend viele Menschen schroff, gleichgültig und abweisend auf unsere Versuche, in ein Gespräch einzutreten oder auch einfach nur unsere Botschaft anzunehmen: „Friede den Menschen auf Erden! Friede den Menschen in Syrien/Aleppo! Friede den Menschen in allen Kriegsgebieten!“ Woran liegt das? An der Überflutung durch Berichte über die ‚grenzenlose‘ Gewalt und den Krieg in der Welt, den Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht, an den damit verbundenen Ängsten und dem Versuch, durch Abschottung und Konzentration auf das eigene Leben dem Allen zu entkommen? Den ‚kleinen Frieden‘ zu leben und die ‚großen Kriege‘ Anderen zu überlassen?

Wir meinen nach wie vor, dass der kleine und der große Frieden zusammen gehören Und diese Einschätzung teilten mit uns auch Vorbeikommende: sie waren zu kurzen Gesprächen bereit, nahmen interessiert unsere Informationsblätter, bedankten sich für unseren Einsatz, nannten uns gar mutig. Ein Mädchen, dessen Eltern aus Aleppo kommen, sprach von seinen Verwandten dort und bekam Tränen in die Augen. Das machte uns mit unserem Anliegen wieder zuversichtlich.
Wenn also auch bei uns zwischenzeitlich ein Gefühl von Ohnmacht auftauchte – — Was wollen wir hier im Einkaufstrubel mit unserer Aktion bewirken? Wie wollen wir uns für die von Krieg, Gewalt und Not betroffenen Menschen einsetzen? Dient das Alles nicht nur der eigenen Gewissensberuhigung? Wo, wann und wie können wir mit unseren Aktionen wirklich etwas bewirken? — wir setzen  – trotz aller gewaltsamen Ereignisse auch bei uns – auf ein friedliches Leben in Deutschland und wollen uns darüber freuen! Wir wehren uns entschieden dagegen, dass Gewaltausbrüche auch bei uns gnaden- und mitleidslos für eigene Belange (Fluchtabwehr) funktionalisiert werden. Wir wollen trotz des Anschlags in Berlin Vertrauen erhalten und weiter aufbauen und nicht einer vermeintlichen Sicherheit hinterherlaufen.

Und wir werden weiterhin sagen:
Krieg und Frieden in der Welt haben auch mit uns, unserer Art zu leben zu tun!
Und die erschreckend näher kommende Gewalt auch!
Wir werden uns für Gerechtigkeit, Verständigung und Frieden einsetzen! Überall!

Und zur Beilegung der Konflikte in Syrien/Aleppo fordern wir:

  • Unsere Regierung muss sich international entschieden für ein sofortiges Ende aller Kampfmaßnahmen einsetzen. Weitere Soldat_innen, weitere militärische Maßnahmen vergrößern das Elend – Friedensverhandlungen aller mit allen sind das Gebot der Stunde. Wer bereit ist zu verhandeln, muss einbezogen werden. MACHT FRIEDEN!
  • Keine Waffenexporte! Wohin auch immer die Waffen geschickt werden, sie kommen dort an, wo sie ‚gebraucht‘ werden: wo mit diesen im Überfluss vorhandenen Waffen Menschen getötet und verletzt, die Spirale von Krieg und Gewalt sich immer höher dreht.
  • Es muss sofort humanitäre Hilfe für alle Menschen in Syrien, in Aleppo geben, einschließlich der Mittel, die Krankenhäuser und die sonstige Infrastruktur aufzubauen. Die Bundesregierung sollte einen Hilfsfond für die Menschen in Syrien einrichten, in den auch Bürger_innen unseres Landes einzahlen können. Organisationen wie ‚Ärzte ohne Grenzen‘ oder ‚medico international‘ brauchen dringend Unterstützung.

Mahnwache Syrien am 20.12. in Hannover

Der Flyer im Volltext
Es ist Weihnachtszeit – MACHT FRIEDEN!

In Deutschland hat es seit 70 Jahren keinen Krieg mehr gegeben. Das ist gut für uns und wir wollen dafür sorgen, dass es weiterhin so bleibt. Allerdings: Gewalt, Krieg und Not in der Welt nehmen zu und auch Deutschland ist in vielen Ländern an Kriegen beteiligt.

Die Friedensbewegung versucht nach Kräften, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen, jedoch ihre Kräfte sind begrenzt. Dies gilt u. a. auch für das Thema Syrien. Das Friedensbüro und die DFG-VK Hannover haben im Rahmen des Bündnisses ‚MACHT FRIEDEN‘ Mahnwachen in Hannover durchgeführt und dessen Abschlussveranstaltung in Berlin vor dem Bundestag unterstützt.
Unabhängig von Frage, wer in Syrien die Hauptschuld trägt, die Menschen brauchen eine endgültige Waffenruhe, Frieden und humanitäre Hilfe!

Viele westliche Staaten haben das Vorgehen Syriens und seiner Verbündeten kritisiert. Die Regierungen in Damaskus und Moskau beharren dagegen darauf, dass sich ihre Offensive gegen Extremisten richte. Wegen der anhaltenden Offensive des Militärs in der Metropole Aleppo, so heißt es am 10.12.16, will die EU ihre Sanktionen gegen Syrien ausweiten. „Die Strafmaßnahmen richten sich gegen Organisationen und Personen, die Machthaber Baschar al-Assad unterstützen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Freitag in Brüssel – aber sie treffen auch die Bevölkerung des Landes.
Wir sind der Meinung, dass Russland und die syrische Regierung nicht allein zur Verantwortung gezogen werden dürfen. Der Anteil der ‚Rebellen‘ (u. a. der Dschihadisten mit Unterstützung Saudi-Arabiens)  und das Verhalten des Westens, auch Deutschlands, darf nicht verschwiegen werden, wie dies in unseren unsere Medien und unserer Politik immer wieder passiert. Im November dieses Jahres wurde der Syrien-Einsatz verlängert, auch wenn Außenminister Steinmeier immer wieder auf die Bedeutung von Verhandlungen hinweist. Die USA wollen weitere Soldat_innen in das Kampfgebiet in den Kampf gegen den IS schicken. Gegen wen oder für wen werden sie kämpfen?

Friedensbüro und DFG-VK sind in dieser Situation der Meinung, dass dem Töten, Sterben und Leiden nicht weiter zugeschaut werden darf.  Humanitäre Hilfe jetzt!

 

Unsere Forderungen sind

  • MACHT FRIEDEN – Sofortiges Ende aller Kampfmaßnahmen.
  • Es muss jetzt alles dafür getan werden, dass Aleppo, einschließlich der Rebellen, nicht Opfer von Racheakten wird.
  • Beteiligung aller Kriegsparteien an Friedensgesprächen ohne Vorbedingungen:   Vorherige Festlegungen schließen beteiligte Mächte möglicherweise aus und führen nicht zu allseits akzeptierten Ergebnissen. Sie führen deshalb nicht zu dauerhaftem Frieden.
  • Es muss sofort humanitäre Hilfe für alle Menschen in Aleppo und die Geflüchteten auch in Rojava/Nordsyrien geben, einschließlich der Mittel, die Krankenhäuser und die sonstige Infrastruktur aufzubauen.
  • Die Bundesregierung sollte einen Hilfsfond für die Menschen in Syrien einrichten, in den auch Bürger_innen unseres Landes einzahlen können.
  • Weitere Soldat_innen, weitere militärische Maßnahmen vergrößern das Elend – Friedensverhandlungen aller mit allen sind das Gebot der Stunde. Wer bereit ist zu verhandeln, sollte einbezogen werden.

FRIEDE DEN MENSCHEN AUF ERDEN!
FRIEDE DEN MENSCHEN IN SYRIEN!
FRIEDE DEN MENSCHEN IN ALLEN KRIEGSGEBIETEN!

Kampagne macht Druck für Frieden in Syrien – zehn Tage bundesweite Aktionen vom 1. bis 10. November 2016

Das Friedensbüro Hannover ist Teil der Kampagne „Macht Frieden!“. Mit eigenen Mahnwachen haben wir bisher in Hannover für zivile Lösungen geworben. Gerne dokumentieren und unterstützen wir den Aufruf für die nächsten Aktionen bis zum Bundestagsbeschluss.

Unsere nächste Mahnwache:
Di 8.11. ab 17.30 am Pavillon/ Weiße-Kreuz-Platz

Mahnwache Syrien

Bonn/Berlin. – Anlässlich der heute beginnenden Urgent Action Days „NEIN zum Bundeswehrmandat – JA zu zivilen Lösungen für Syrien“ fordert die Kampagne „MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien“ alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages dazu auf, gegen die anstehende Verlängerung und Erweiterung des Bundeswehrmandats für Syrien zu stimmen. Bis zum Abstimmungstermin am 10. November 2016 suchen Kampagnenunterstützer*innen in ganz Deutschland das Gespräch mit Abgeordneten aller Fraktionen, um sie zu überzeugen, das Bundeswehrmandat für Syrien nicht zu verlängern und sich stattdessen für zivile Lösungen einzusetzen. Von München bis Hannover, von Halle bis Bielefeld werden außerdem Mahnwachen, Info-Veranstaltungen und phantasievolle Aktionen von Straßentheater bis zu Friedenspartys stattfinden, um das Thema Syrien in die Öffentlichkeit zu bringen. Continue reading “Kampagne macht Druck für Frieden in Syrien – zehn Tage bundesweite Aktionen vom 1. bis 10. November 2016” »

Friedensnewsletter Hannover November 2016

Jede Bundeswehr muss grundsätzlich bereit sein, sich um einer besseren politischen Lösung willen in Frage stellen zu lassen.
Bundespräsident Gustav Heinemann, 1969

Liebe Friedensfreundinnen und –freunde,

Manchmal will mensch einfach die Augen schließen und weghören angesichts der täglichen grausamen Nachrichten. Auf dem Rücken der Menschen fechten die Weltmächte gerade einen grausamen Kampf um geopolitische Einflusssphären aus, das per Notstandsgesetze regierte NATO-Mitglied Türkei führt einen erbarmungslosen Kampf gegen Kurdinnen und Kurden. Lösungsansätze scheitern an der Uneinsichtigkeit und Machpolitik beteiligter Akteur_innen. In diese Kriege will sich auch die deutsche Regierung stärker einmischen. Anfang November soll der Bundestag das Syrienmandat für die Bundeswehr massiv ausdehnen und verlängern. Glücklicherweise gibt es gegen dies alles Widerspruch und auch DU kannst mitwirken!

Hinter der Initiative MACHT FRIEDEN (www.macht-frieden.de) versammeln sich bundesweit Friedensgruppen um gegen die Verlängerung des Syrienmandats zu protestieren. Auch die DFG-VK und das Friedensbüro Hannover haben sich der Initiative angeschlossen. Als Urgent Action Days soll die Zeit bis zum Beschluss genutzt werden, mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen und gegen eine Verlängerung des Mandats zu werben. Die hannoverschen Friedensgruppen (DFG-VK und Friedensbüro) bieten auf Mahnwachen in den nächsten Wochen die Gelegenheit zum Gespräch, zum Nachdenken und zum Protestieren (jeweils Di, 16.30 Kröpcke).  Bereits am 26. Wollen wir zudem mit Christine Schweitzer(BSV) und Oliver Roger (amnesty international) über zivile Handlungsmöglichkeiten in der Türkei diskutieren.

Noch ein anderes Thema wird uns im November beschäftigen: Am 2.11. reden wir über Desertion und Kriegsdienstverweigerung in Vergangenheit und Gegenwart. Neben Klaus Falk, langjähriger KDV-Berater aus Hannover wird Friedhelm Schneider (Ev. Friedensarbeit, Europäisches Büro für Kriegsdienstverweigerung -EBCO) referieren. Am Tag der darauf, dem 3.11., werden wir ebenfalls einen Blick in die Vergangenheit werfen. Zum Abschluss eines Rechercheprojektes zu Deserteuren des zweiten Weltkrieges in und aus Hannover wird der Historiker Lars Skowronski, der die Arbeiten durchführte über diese Arbeiten und neue Erkenntnisse berichten.  Karljosef Kreter wird aus der Sicht der Erinnerungskultur der Stadt Hannover zu diesem Thema einen Beitrag liefern.

Olympia hat es schon angedeutet. Die Bundeswehr nutzt gezielt ihre eigene Sportförderung zur Eigenwerbung. Was eine 5,5 mio schwere Einmalaktion für Rio de Janeiro erschien erweist sich inzwischen als langfristige Strategie der Umwandlung der Sportförderung in ein reines Werbeinstrument fürs Militär. Eine kleine Anfrage der Linkspartei fördert dabei erstaunliches und erschreckendes zutage. Mehr im letzten Artikel diese Newsletters.

Mit friedlichen Grüßen
für Friedensbüro und DFG-VK

Ralf Buchterkirchen

PS: Aufgrund der Veranstaltungen am 2.11 und am 3.11. fällt der friedenspolitische Arbeitskreis am 1.November 2016 aus.

Termine

25.10., 16.30 Uhr, Kröpcke – Mahnwache Macht Frieden!

26.10. 19.00 Uhr ver.di ,,Entwicklung in der Türkei – Zivile Handlungsmöglichkeiten“

1.11., 16.30 Uhr, Kröpcke – Mahnwache Macht Frieden!

2.11.19.00 Uhr Pavillon Desertion und Kriegsdienstverweigerung in Vergangenheit und Gegenwart – ein internationaler Blick

3.11. 18.00 Uhr Freizeitheim Linden, Präsentation erster Ergebnisse des Rechercheprojekts zu Deserteuren in und aus Hannover

8.11. 19.00 Uhr, Kargah, DFG-VK Treffen

16.11. um 19.00 Uhr im Haus der Jugend, Aktiventreffen des Friedensbüros Hannover

25.11. um 19.00 Uhr im Café K, Offenes Treffen des Friedensbüros
Der Newsletter als pdf

Die Themen:

Mahnwache in Hannover: Macht Frieden! Zivile Lösungen für Syrien!

– Syrien-Mahnwachen am 18. 10. 25. 10. und 1. 11. jeweils um 16.30 am Kröpcke.

Entwicklung in der Türkei – Zivile Handlungsmöglichkeiten
Mi, 26. Oktober 2016 19.00 Uhr bei Ver.di, Rotation, großer Raum

Desertion und Kriegsdienstverweigerung in Vergangenheit und Gegenwart – ein internationaler Blick
Mi, 2. November 2016, im Pavillon, 19.00 Uhr

Präsentation erster Ergebnisse des Rechercheprojekts zu Deserteuren in und aus Hannover
Veranstaltung: am 3. November, 18.00 Uhr,  Freizeitheim Linden (Windheim Str. 4)

Spitzensport in der Werbemaschinerie des Militärs – zum Umbau der Sportförderung in ein Propagandainstrument zur Soldatengewinnung

 

Mahnwache in Hannover: Macht Frieden! Zivile Lösungen für Syrien!

– Syrien-Mahnwachen am 18. 10. 25. 10. und 1. 11. jeweils um 16.30 am Kröpcke.

KORREKTUR: Mahnwache am 1.11.2016 ist 16:30 am Schillerdenkmal!

Krieg kann kein Mittel sein, um den Terror zu beenden –
Macht Frieden! Zivile Lösungen für Syrien!

Unter diesem Motto führen Friedensbüro und DFG-VK Hannover an drei Dienstagen hintereinander am Kröpcke Mahnwachen durch. Diese Mahnwachen finden im Rahmen des Bündnisses ‚Macht Frieden‘ statt, zu dem sich bisher 17 Friedensgruppen (u. a. Pax Christi; Kooperation für den Frieden und die DFG-VK bundesweit) zusammengeschlossen haben.

Seit der Wiederaufnahme der Luftangriffe auf die Rebellengebiete in Aleppo sind in den letzten Tagen mehr als 150 Menschen getötet worden. „Dennoch“, so sagt Brunhild Müller-Reiß von Friedensbüro und DFG-VK „gibt es immer wieder kleine Funken Hoffnung für Syrien: Möglicherweise verhandeln Russland und die USA nun doch wieder über eine Feuerpause. Diese Funken müssen zu einer gewaltigen Flamme werden, damit wirklich etwas in dem mörderischen Krieg passiert. Und dazu wollen wir beitragen, wenn auch zunächst im bescheidenen Rahmen.“

Wir laden deshalb herzlich ein, an unserer  Mahnwache auf dem Kröpcke teilzunehmen – gerne mit Kerzen, um unsere Sichtbarkeit zu erhöhen.

Aufruf des Friedensbüros Hannover zur Unterstützung der bundesweiten Friedensdemonstration am 8.10 in Berlin

Für Frieden in Syrien!    Für Frieden in aller Welt!
Kommt zur Friedensdemonstration in BERLIN am 8. 10. 2016!

Wir leben im Frieden. Aber die weltweiten Kriege haben nicht aufgehört. Deutschland ist vielfach beteiligt (Afghanistan, Irak, Libyen, Jemen, Mali). Der Krieg in der Ukraine ist nicht gestoppt. In Syrien tobt ein Krieg Aller gegen Alle! Weder die beteiligten Großmächte (z. B. Russland und USA) noch die internen Widersacher kämpfen für ein Wohlergehen der Bevölkerung. Deutschland versäumt es, gegen die Türkei klar Stellung zu beziehen: Waffeneinsätze gegen die kurdische Bevölkerung, (bestenfalls) halbherziger Kampf gegen den IS (Schließen der Grenzen), Not der Geflüchteten in der Türkei– wegen eigener Interessen (z. B. ‚Flüchtlingsdeal‘)
Deutschland exportiert Waffen in Krisengebiete. Arbeitsplatzsicherung durch Kriegsunterstützung?
Der Konflikt zwischen NATO und Russland verschärft sich – immer wieder ist auch der Einsatz von Atombomben im Gespräch.

Wir hören, wir sehen, wir lesen dies alles täglich in unseren Medien.

Aber warum passiert so wenig gegen diese Militarisierung weltweit?
Warum stehen so wenig Menschen dagegen auf und gehen auf die Straße?

  • Nur Gerechtigkeit weltweit wird uns und allen Menschen allüberall Sicherheit bieten!
    Oder glauben wir ernsthaft, dass Menschen Krieg, Not und Elend immer weiter ertragen – ohne sich dagegen zu wehren?
  • Oder glauben wir, dass sich unsere Konzerne goldene Nasen an Waffen verdienen können, ohne dass diese sich gegen uns umkehren können?
  • Oder glauben wir, dass eine zunehmend angespannte Situation zwischen Russland und der NATO den Frieden zwischen Ost und West erhöht?
  • Oder glauben wir, dass eine als ‚Entwicklungshilfe‘ getarnte Zusammenarbeit mit diktatorischen Regimen die Situation dort und bei uns verbessert?

Stattdessen wollen wir eine Kultur des Friedens entwickeln, die vielleicht nicht sofort, aber langfristig auch zu mehr Sicherheit führt!
Wir verlangen von der Bundesregierung:

  • den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen
  • die drastische Reduzierung des Rüstungsetats
  • den Stopp der Rüstungsexporte
  • kein Einsatz der BW im Innern
  • die Ächtung von Kampfdrohnen
  • keine Beteiligung an NATO-Manövern und Truppenstationierungen entlang der Westgrenze Russlands.
  • Wir fordern offene Grenzen für Alle, die vor Gewalt, Not und Kriegen, vor allem z. Z. in Syrien zu uns kommen wollen

Wir sagen Nein zu Atomwaffen, Krieg und Militärinterventionen. Wir fordern ein Ende der Militarisierung der EU. Wir wollen Dialog, weltweite Abrüstung, friedliche zivile Konfliktlösungen und ein auf Ausgleich basierendes System gemeinsamer Sicherheit.

Für diese Friedenspolitik setzen wir uns ein – auch am 8. Oktober bei der Friedensdemo in Berlin.

Weitere Informationen unter www.friedensdemo.org

 

Lichter für Syrien in Hannover

Am 20. Februar, einem sehr regennassen Sonnabend-Abend haben wir uns zusammen mit zeitweise 3o Menschen auf dem Kröpcke getroffen, um im Rahmen der bundesweiten Aktion ‚Lichter für Syrien‘ ein Zeichen für Frieden und Hoffnung zu setzen. Unsere Transparente, Schilder und PACE-Tücher waren bald ebenso durchgeweicht wie wir.
Aber wir wussten, es gibt Schlimmeres als Regen und so haben wir versucht, mit vielen anderen Menschen in Deutschland auf die furchtbare, von Kriegen, Toten und verletzten Menschen gekennzeichnete Situation in Syrien aufmerksam zu machen. Dass diese Aktion von jungen Menschen bundesweit initiiert wurde, hat uns vor allem beeindruckt.

Nach dem Ende einer Kundgebung von türkischen Kurden gegen die Politik der Türkei in der Türkei und in den kurdischen Gebieten in Syrien und im Irak stieß noch eine Anzahl von Kundgebungsteilnehmer_innen zu uns und erklärte, wir müssten gemeinsam gegen die drohende Ausweitung der Kriegssituation in Syrien vorgehen, von der auch ihre Freund_innen und Verwandten massiv bedroht seien. Ein junger Mann, der etwas hilflos zwischen den kurdischen Menschen stand und den ich versuchte anzusprechen, war ein syrischer Flüchtling, der nach einer Weile mit scheuem Lächeln mit einigen Begleiter_innen dann in der regennassen  Stadt verschwand.

Wir wünschten ihm ein herzliches ‚Willkommen‘!

 

Hilfe statt Waffen – kein Krieg in unserem Namen! Lichter für den Frieden – Am 20.02.2016 – überall in Deutschland!

Eine Gruppe engagierter junger Menschen, die eine DEUTSCHLANDWEITE AKTION GEGEN DEN BUNDESWEHREINSATZ IN SYRIEN UND FÜR EINE FRIEDLICHE, NACHHALTIGE LÖSUNG DES KONFLIKTES organisieren, bittet um Unterstützung.
Am SAMSTAG, DEM 20. FEBRUAR 2016, wollen wir mit vielen Friedensinitiativen, Menschenrechtsgruppen, Flüchtlingsorganisationen sowie weiteren Mitstreiter_innen ein Zeichen gegen Abschottung, Hass und Gewalt setzen, indem in ganz Deutschland Lichter für Syrien entzündet werden.
Mit so vielen Gruppen vor Ort wie möglich sollen die verschiedensten Aktionen durchgeführt werden. Allen gemeinsam ist:
Licht als Symbol der Aktion sowie die Forderung nach einem entschlossenen, gewaltfreien Handeln im Syrienkrieg.
Umfangreiche Informationen rund um die Aktion, zu unseren Zielen und zum Ablauf des Aktionstages finden sich auf unserer Webseite: https://www.lichter-fuer-syrien.de
Bei Fragen könnt ihr euch gerne an uns wenden. Wir freuen uns auf eure Rückmeldung an: mitmachen@lichter-fuer-syrien.de
Viele Grüße von der Elbe, Marthe Timm Aktionsgruppe Lichter für Syrien

Das Friedensbüro Hannover und die DFG-VK Hannover schließen sich mit einer Aktion dem Aufruf an: 20. Febr. 2016 – 18.00 Uhr – Kröpcke
Bringt bitte Kerzen oder Leuchten mit – möglichst auch selbstgemalte Schilder: ‚Lichter für Syrien‘

Vortrag & Diskussion Krieg in Syrien – Hintergründe und Interessen

gerne verweisen wir auf eine veranstaltung im Pavillon.
Pavillon: Mi | 24.02. | Beginn 19:00 Uhr

Vor beinahe 5 Jahren begann der Krieg in Syrien. Wir wollen jenseits tagesaktueller Meldungen zu einem Verständnis der Zusammenhänge gelangen.
Mit dem Referenten Martin Glasenapp von medico international sprechen wir über seine Einschätzung zum Syrienkrieg. Welche Ziele verfolgen das Assad Regime, der Islamische Staat und die verschiedenen oppositionellen Fraktionen in Syrien? Mit welchen Interessen agieren „westliche“, russische oder türkische Akteur_innen bei ihren (militärischen) Interventionen?
Spielt die zivile Bewegung, die den syrischen Frühling auslöste noch eine Rolle? Und welche Perspektiven erscheinen aus den gegenwärtigen Verhältnissen heraus denkbar?

10. Dezember 2015: ‚Zapfenstreich‘ – die 1. Panzerdivision zieht nach Oldenburg – die Patenschaft der Stadt Hannover mit der 1. PD hat ein Ende – Deutschland steigt in den ‚Krieg gegen den Terror‘ ein!

Nun sind sie weg aus Hannover – die Soldat_innen der 1. Panzerdivision – oder besser: der Stab der 1. Panzerdivision. Jetzt hat Oldenburg das Vergnügen. Und Hannover ist um eine ‚Attraktivität‘ ärmer: das ‚Sommerbiwak‘ rund um das HCC . Dieses Fest, bei dem mal der ‚Orient und Okzident‘ gefeiert wurde, Besucher_innen auch mal ‚very british, sehr königlich feiern und genießen konnten‘ und auch mal ‚Miteinander verbunden- füreinander einstehen‘ konnten und es gelegentlich auch Modeschauen unter dem Titel ‚Mut zum Hut‘ gab.krieg_gartenfest
(indymedia.org) Vorbei sind jetzt auch unsere vielfältigen Proteste gegen die 1. Panzerdivision und das ‚Biwak‘-Spektakel: Wir waren keineswegs davon begeistert, dass das Töten und Sterben mit Tarnfleck, Galauniformen und teuren Glitzerkleidern gefeiert wurde. Schließlich war und ist die 1. Panzerdivision seit 2004 im Rahmen der Transformation des Heeres eine Division der Eingreifkräfte, die „Division ist vor allem für einen Einsatz hoher Intensität gegen einen vorwiegend militärisch organisierten Gegner optimiert.“ (Selbstdarstellung). Die 1. Panzerdivision beteiligt sich in der NATO (NATO Response Force) und in der EU (European Battlegroups) am Aufbau so genannter schneller Eingreiftruppen. Sie war vor allem in Afghanistan eingesetzt.
Und damit schließt sich ein Kreis. Der Afghanistan-Einsatz der 1. PD war Teil des von Bush ausgerufenen ‚War in Terror‘, an dem Deutschland beteiligt war. Das Ergebnis: tote Soldat_innen, viele tote Zivilist_innen, zerstörte Landschaften und zerstörte Infrastruktur und – noch viel mehr Terror! Jetzt sind es nicht mehr nur die ‚Taliban‘ (zu denen auch schon immer die gezählt wurden, die nach der Ermordung von Familienmitgliedern selbst zu den Waffen griffen) – jetzt ist auch der IS dort angekommen. Und die aus Afghanistan geflohenen Menschen sollen in ‚Schutzzonen‘ wieder nach Afghanistan abgeschoben werden. Reservate? Wie absurd ist das alles!
Und jetzt: ein neuer ‚War on Terror‘. Nach den Anschlägen von Paris hat Präsident Hollande sofort den ‚Krieg‘ ausgerufen und ist durch die Welt gereist, um eine Kriegsallianz zu schmieden. Und nach anfänglichem Zögern ist jetzt auch Deutschland dabei. Aus ‚Solidarität‘! Waffen’bruder’schaft aus Solidarität. Das ist der Hohn der Herrschenden gegenüber der Solidarität der Völker. Die Abstimmung über die Unterstützung französischer Angriffe wurde im Hauruck-Verfahren durch den Bundestag gepeitscht und am selben Tag, an dem der Zapfenstreich stattfand, wurden deutsche Soldat_innen in Jagel verabschiedet. Passt doch alles! Ein neuer Krieg gegen den Terror, der das macht, was Berta von Suttner schon so kennzeichnete: So wenig, wie Tinte mit Tinte abgewaschen werden kann, so wenig kann Blut mit Blut abgewaschen werden! Das war vor dem 1. Weltkrieg! ‚Oh, will they never learn?‘ Oder sollten wir eher sagen: Die Interessen hinter den Kriegseinsätzen sind noch immer dieselben? Damals Landbesitz und damals wie heute: Rohstoffe, Macht, Absatzmärkte (für Waffen aber nicht nur) ….? Uns fliegen mit dem IS und anderen Terrorgruppen und schrecklichen Diktaturen gegenwärtig 400 Jahre Kolonialgeschichte und eine immer noch darauf basierende Wirtschaftsordnung um die Ohren? Deshalb wird jeder kriegerische Eingriff noch mehr Blutvergießen und noch mehr Terror hervorrufen.
Diese – und noch viele andere – Überlegungen waren der Grund dafür, zu Kundgebung und Demonstration aufzurufen: gegen den Zapfenstreich und gegen den deutschen Kriegseinsatz in Syrien. „Kein Frieden mit der Bundeswehr“ Mit 120 bis 150 Leuten waren wir nicht die Masse – aber wir wissen, dass es in vielen Städten Gleichgesinnte gibt und auch in Hannover keineswegs alle Menschen den Kriegseinsatz billigen. Deshalb werden wir mit unserer Arbeit weitermachen – auch mit einer Unterschriftenliste.
Aber zunächst noch ein Zitat: die Wiedergabe der Zapfenstreichzeremonie beim NDR (online):
„Hannover verabschiedet Division mit Zapfenstreich“ von Marc Wichert
„Fackeln lodern. Ansonsten herrscht Stille auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus in Hannover. Dann ist das Klacken schwerer Soldaten-Stiefel zu hören. Kommandos eines Offiziers hallen beim Großen Zapfenstreich für die 1. Panzerdivision in Hannover am Donnerstagabend über den Platz. Zwar mag nicht jeder so gefühlt haben wie jener Soldat, der Stunden zuvor einem Journalisten anvertraut hatte: „Da bekomme ich schon mal eine Gänsehaut.“ Beeindruckend war dieses militärische Zeremoniell trotzdem. Es galt, der Division einen würdigen Abschied zu bereiten, die 60 Jahre in Hannover ihren Stab stationiert hatte. Dieser wird nun nach Oldenburg verlegt. … Mit dem höchsten militärischen Zeremoniell wolle die Stadt die Verbundenheit der Landeshauptstadt mit der 1. Panzerdivision unterstreichen, sagte Schostok. In einer so langen Zeit entstehe eine besondere Verbindung.“ Ja, Pathos, tiefe Verbundenheit und höchste militärische Zeremonielle! Brauchen wir die? Wollen wir die?
Jedenfalls war den Presseberichten zu entnehmen, dass wir mit unseren Rufen gegen Militärspektakel, gegen das Werben fürs Sterben und den Syrieneinsatz auf dem Trammplatz zu hören waren.
In einer Werbekampagne der Bundeswehr heißt es in einer der vielen Anzeigen: „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst.“ (Wer duzt mich da eigentlich?) Diesen Satz zitierte Ursula von der Leyen bei dem Zapfenstreich – sozusagen als Gruß zu uns auf der anderen Seite des Friedrichswall. Unsere Antwort ist: „Ich bin schon dagegen! Ihr könnt aufhören zu kämpfen!“ Zurückduzen können wir auch. Und: Wir bleiben aktiv gegen Krieg, gegen militärische Zeremonien, gegen das Töten und Sterben! NICHT IN UNSEREM NAMEN !

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