Der Krieg der Schwestern:Die neue Menschlichkeit des Militärs?

*** Veranstaltung am12.01 muss leider ausfallen. Neuer Termin wird rechtzeitg bekannt gegeben ****

Veranstaltungsreihe mit den folgenden Veranstaltungen:

(altes Jahr 2010)
Mittwoch, 10.11.2010: „Kriegsursache Männlichkeit“ mit Andreas Heilmann (Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin)
Freitag, 26.11.2010: „Gender trouble in der Bundeswehr“ mit Dr. Cordula Dittmer (Zentrum für Konfliktforschung, Universität Marburg)

Januar 2011
Mittwoch, 12.01.2011: „Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten. Männer und Frauen als Täter / Täterinnen und Opfer“ mit Dr. Regina Mühlhäuser

Veranstaltungsort jeweils: Pavillon (Hannover, Lister Meile 4)
Beginn jeweils: 19.00 Uhr

Infos zu den einzelnen Veranstaltungen:

Das Militär galt lange Zeit als eine Bastion „der Männlichkeit“. Fanden sich in Armeen meist Menschen unterschiedlicher ökonomischer Situation und verschiedener Überzeugungen, so war ihnen doch eines gemeinsam: Sie gehörten dem männlichen Geschlecht an. Die Uniformität in Kleidung und Verhalten, die Befehlsgebundenheit sowie die Gemeinsamkeit in männlicher Sozialisation erzeugten nach außen ein Bild von durch Härte, Disziplin und Gehorsam geprägter „militärischer Männlichkeit“; gleichzeitig ermöglichten sie im Inneren Freiräume, auch für Gefühle.
Seit einigen Jahren dürfen in der Bundesrepublik Deutschland nun auch Frauen in die Bundeswehr; Lesben und Schwule dürfen auf Grund ihrer Homosexualität nicht mehr diskriminiert werden. Damit trägt die Bundeswehr – scheinbar – der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung, in der Individualität deutlicher hervortritt (und in der die Gleichberechtigung von Frau und Mann langsam, aber immerhin, vorankommt). Diese Tendenz könnte durch das Aussetzen der Wehrpflicht verstärkt werden: Die Bundeswehr muss sich nun als „attraktive Arbeitgeberin“ präsentieren, die ihren „Angestellten“ eine Perspektive bietet.
Gleichzeitig ist eine tolerante und emanzipierte Außenwirkung der Bundeswehr, mit Frauen und Homosexuellen in den eigenen Reihen, aktuell durchaus auch für eine äußere Repräsentation relevant. So werden derzeit insbesondere Frauen- und Homosexuellenrechte als wichtige Gründe angeführt, mit denen das militärische Eingreifen in Afghanistan vor der eigenen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit gerechtfertigt wird. Nur „hinten rum“ und in „Versprechern“ wird dabei offenbar, worum es wirklich geht: um Einflusssphären und um die Sicherung deutscher ökonomischer Interessen.
Emanzipation und Toleranz werden also bedeutsam – sie prägen die Außendarstellung der BRD und zunehmend die Umgestaltung der Bundeswehr. In der Veranstaltungsreihe „Der Krieg der Schwestern: Die neue Menschlichkeit des Militärs?“ werfen wir einen Blick auf die Verwicklungen von Militär und Geschlecht, und die Wandlungen, die sich mit der Öffnung des Militärs für Frauen, Lesben und Schwule ergeben. Wie stellen sich nun Männlichkeiten und Weiblichkeiten im Militär dar? In drei Veranstaltungen nähern wir uns – aus verschiedenen Richtungen – diesen Fragen an:

Am 10.11.2010 (Mittwoch) wendet sich Andreas Heilmann (Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin) der „Kriegsursache Männlichkeit“ zu. Er erläutert „hegemoniale Männlichkeit“, Machtbeziehungen zwischen verschiedenen Formen von Männlichkeit und ihre Abgrenzung und etablierte kulturelle Dominanz gegenüber Weiblichkeiten. Heilmann führt aus, dass und wie das Militär bestimmten Männlichkeitsformen spezifische und gewaltförmige Artikulationsformen anbietet. Er stellt zur Diskussion, dass eine derzeitige „Krise der Männlichkeit“ einerseits auf eine Flexibilisierung herkömmlicher Männlichkeitsnormen verweist. Sie werden dadurch stabilisiert, – hierzu zählt u.a. die Forderung „Schwule zum Militär!“. Andererseits deutet sie auf eine radikale Infragestellung des hegemonialen Musters männlicher Dominanz hin, – dies u.a. durch das Aussetzen der Wehrpflicht und durch Männer in der Pflegearbeit.

Am 26.11.2010 (Freitag) rückt Dr. Cordula Dittmer  (Zentrum für Konfliktforschung, Universität Marburg), in der Veranstaltung „Gender trouble in der Bundeswehr“ das Selbstverständnis und die Identitätskonstruktionen von Soldatinnen und Soldaten in den Blick. Tatsache ist, dass immer weniger junge Männer zu Armeen wollen. Deutlich zeigt sich das in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland. Kann die Öffnung des Militärs für Frauen, für Lesben und Schwule als eine Antwort darauf verstanden werden? Überlagert das  „soldatische Selbstverständnis“ geschlechter- und sexualitätsübergreifend die Identitätskonzepte „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ und führt zur Stabilisierung des Militärs? Und kommen damit gefestigte Geschlechterbilder ins Wanken?

Im Januar 2011 – am 12.1. (Mittwoch) – schließt Dr. Regina Mühlhäuser die Veranstaltungsreihe ab. Mit dem Thema „Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten. Männer und Frauen als Täter / Täterinnen und Opfer“ rückt sie dabei den zentralen Punkt in den Blick, der untrennbar mit Fragen um Geschlecht und Militär verbunden scheint. Es wird die sexualisierte, vielmehr sexuelle Gewalt in Konflikten gegenüber Frauen, Männern und Kindern thematisiert. Es werden Fragen nach den Opfern gestellt, – und es werden insbesondere die Täter und Täterinnen genau anvisiert: Wieso kommt es in militärischen Konflikten zu zahllosen sexuellen Übergriffen gegenüber der Zivilbevölkerung und gegnerischen Soldatinnen und Soldaten? Hängt dies mit soldatischen Identitäten zusammen, mit Machtbeweisen oder eigener Überforderung mit der gesehenen Gewalt? Ergeben sich hier möglicherweise Änderungen durch die Aufnahme von Frauen in Armeen, – und wenn ja, wie sehen diese aus?

Die Veranstaltungsreihe wird veranstaltet von Friedensbüro Hannover e.V. und DFG-VK Hannover, in Kooperation mit Stiftung Leben und Umwelt – Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen und Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen.

Wir laden alle Interessierten sehr herzlich zu den Veranstaltungen ein! Es wird im Anschluss an die einführenden Vorträge jeweils genügend Raum für Diskussionen zur Verfügung stehen.

 

AKW-Proteste und Antiatomwaffenbewegung und Ostermarsch – auch in Hannover

Aus Anlass der gegenwärtigen Anti-AKW-Proteste findet sich hier ein Überblick über Friedensproteste seit den 1950er Jahren – auch in Hannover.

Die Anti-Atomwaffen-Bewegung seit den späten 50ern wandte sich entschieden gegen Atomwaffen in bundesdeutscher Hand – ebenso wie gegen die Remilitarisierung.

Allerdings glaubten die Protestierenden, unter ihnen namhafte AtomforscherInnen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ausdrücklich gegen Atomwaffen – die ‚friedliche‘ Nutzung der Atomkräfte war ihnen damals ein ausgesprochenes Anliegen: „Atoms for Peace.“ Max Born sagte, das Atom enthalte die strahlende Hoffnung auf ein Paradies auf Erden! Heute geht es darum, gegen die „strahlende Zukunft“ jeglicher Atomnutzung zu kämpfen! Deshalb müssen die Anti-AKW-Proteste und die Anti-Atomwaffenbewegung zusammen arbeiten.

Ø 50er Jahre – ‚Ohne-Mich‘-Bewegung
– Sie richtete sich gegen die Wiederbewaffnung der BRD.
– Wichtigstes politisches Mittel war die Androhung eigener Militärdienstverweigerung.
– Ab 1951 fand eine stärkere Koordinierung statt.
– Es handelte sich z. T. um die Artikulation eigener Ängste. Dies erfolgte teilweise diffus und nur begrenzt politisch. Gleichzeitig bedeutete ein Anknüpfen und Weitertragen der Grundsatzparole nach 1945: ‚Nie wieder Krieg!‘.
– Die Bewegung wurde von SPD u. KPD kritisch gesehen:
In der SPD vergrößerte sich allmählich die Tendenz zur Verteidigungsbereitschaft.
Die KPD: führte den Kampf zur Durchführung einer Volksbefragung. Die ‚Ohne Mich-Bewegung wurde z. T. . als nicht hinreichend ‚politisch‘ gesehen‘
– Mit dem Nato-Beitritt der BRD 1954 endete die 1. Bewegung gegen Remilitarisierung.

 

 

Ø Ab 1957: Protest gegen Atomwaffen
‚Erklärung der Göttinger 18‘
18 Atomwissenschaftler und bekannte Persönlichkeiten erklärten 1957, sie seien nicht bereit, sich an Herstellung, Erprobung und Einsatz von Atomwaffen in irgendeiner Weise zu beteiligen (u. a. Günter Anders, Bloch, Jaspers, Max Born)
Allerdings: ‚Atoms for Peace‘! Max Born sagte, Atom enthalte die strahlende Hoffnung auf ein Paradies auf Erden‘! Angesichts der heutige Auseinandersetzung um die offizielle Atompolitik und entsprechenden Parolen zu Atomkraftwerken eine Realsatire!: Ausgestrahlt! Atomwaffenkritisch – aber eben auch zukunftsgläubig!

 

Ø Kampf dem Atomtod-Bewegung – 1957 – 1959:
– Die Einführung der BW erfolgte 1955 gegen einen breiten Bevölkerungsprotest .
– Die Bewegung ‚Kampf dem Atomtod‘ wurde getragen von SPD, Gewerkschaften, Teilen der ev. Kirche: sie richtete sich gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr.
-Im Febr. 1958 ergab eine Emnid-Umfrage: 83 % der Bevölkerung lehnt Atomraketen ab.
– März 1958 wird die Atomare Bewaffnung der BW im Bundestag beschlossen.
> Ein Protest, von einer Bevölkerungsmehrheit getragen, wird durch das Parlament missachtet – wie auch schon bei der Einführung der Bundeswehr.
– Es folgt die Einbeziehung der BW in das Atomkriegskonzept der Nato und es entsteht das, was vielfach die APO (Außerparlamentarische Bewegung der 50er Jahre genannt wird:- Aktionsformen sind: Schweigemärsche, Protestkundgebungen, Arbeitsniederlegungen etc..
Der junge Helmut Schmidt forderte damals einen Demonstrationsstreik der Gewerkschaften. Zahlenmäßig vergleichbar war die Bewegung der späteren APO, aber sie stellte gleichzeitig einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung dar.
Die geplante Hamburger Volksbefragung wurde 1958 vom BVG gekippt: Begründung: Landesverteidigung ist nicht Ländersache.
Das Godesberger Programm der SPD stellte 1959 eine weitere Abkehr der SPD von ursprünglichen Nachkriegspositionen dar:
– Orientierung auf Große Koalition
– Ende marxistischer Vorstellungen: ‚Volksparteikonzept
– Unterstützung BW
in der Präambel fand sich die Forderung nach ausdrückliche Nutzung von. Atomenergie.

 

Ø Ostermarschbewegung ab 1960:
– Es handelte sich um eine von Parteien unabhängige ethisch-pazifistische Bewegung –
– entsprechend dem britischen Vorbild: 1958 -Campaign for Nuclear Disarmament‘: Marsch von London zum Raketenforschungszentrum in Aldermaston und zurück
-1960 1. Ostermarsch in der BRD v. Hamburg, Bremen, Hannover u. Braunschweig zum Raketenübungsplatz Bergen-Hohne in der Lüneburger Heide. Es war ein kleiner Marsch – aber die InitiatorInnen, u. a. Helga und Konrad Tempel, waren überglücklich.
-Mit der Entwicklung zur ‘Kampagne für Demokratie und Abrüstung‘ (1968) wurde die Bewegung politischer – ein Dauergremium zur Durchführung von Aktionen wurde geschaffen. Die Bewegung bekam die Ausmaße einer Massenbewegung mit einem – gesellschaftskritischen Impetus.
– In den 70er Jahren flaute die Ostermarschbewegung ab.
Die Gründe dafür waren u. a.:
– . Entspannung zwischen Ost-und West – die Blockkonfrontation wurde nicht mehr als so bedrohlich empfunden und ein entsprechendes innenpolitisches Klima stellte sich ein.
-Dazu trug nicht zuletzt die ‚Neue Ost-Politik von Willi Brandt bei.
– > Das Kriegsrisiko wurde für gering gehalten.
Aber mit der Bedrohung durch den Bau der Neutronenbombe wuchs Mitte der 70er Jahre das Engagement wieder.

 

Ø 1980: Gründung der Organisation der: ÄrztInnen für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW)

– 1982 wurde die bundesdeutsche Sektion der IPPBW mit der Verkündung der ‚Frankfurter Erklärung‘ (Ablehnung kriegsmedizinischer Vorbereitungsmaßnahmen – keine Beteiligung daran) gegründet.

– Initiativen in den USA gab es seit 1962

– Die IPPNW bekam den Unesco Friedenspreis 1984 und

– den Friedensnobelpreis 1985: eindeutig angemessener als Barak Obama.

– 1986 fand in Köln der ‚Weltkongress der IPPNW statt: Hauptziel: Atomwaffenteststopps

– Erfolge der IPPNW:
1996: A-Waffen-Test-Stopp-Abkommen wird abgeschlossen.
Das Urteil des Internationalen Gerichtshofes wird verkündet: Völkerrechtswidrigkeit von Atom-Waffen
Im Ottawa-Vertrag wurde das Verbot von Landminen beschlossen

– Initiativen: IPPNW – IALANA (International Association of Lawyers Against Nuclear Arms‘)- Bedeutung.
– Weltweites Netzwerk
– Viel Fachverstand: Professionelle und engagierte Arbeit
– angesehen und bei wichtigen Konferenzen (z. B. NY) dabei
– aber: sehr institutionalisiert, wenig Ortsnähe, feste Strukturen, z. T. abgehoben, was aber immer wieder in der Zusammenarbeit zu örtlichen Initiativen durchbrochen wird.

 

Ø > ‚Atomwaffenfrei bis 2020
– ‚Atomwaffen abschaffen – bei uns anfangen‘ ‚Abolishon 2000‘
– Das Zieldieser Initiative war: Abschaffung aller Atomwaffen weltweit – auch IPPNW.
– Unterstützung fand die Aktion durch weltweit 2000 Organisationen
– Sie stellte den Versuch dar, sich lokal zu verankern und konkret zu arbeiten: Heidelberger SchülerInnen hatten die Idee, eine Friedensmauer zu errichten. Dazu auch Aktionen in Hannover im Rahmen des Friedensbüro und des Agenda-21-Büros statt: Eine ‚Mauer‘ aus Holzklötzen wurde nach Hiroshima gebracht – auf die Holzklötzchen hatten Menschen ihre Botschaft gegen Atomwaffen geschrieben oder gemalt.

Ø Friedensbewegung – Ostermarschbewegung – Anti-Atomwaffenbewegung in Hannover
(Hier finden sich nur 1. Ansätze einer Aufarbeitung – muss vertieft werden)
– Bis 1979 gab es in Hannover zwei Bündnisse
– 1. Komitee Friedenswoche (christliche Gruppen)
– 2. IFAZ (Initiative für Abrüstung u. Zusammenarbeit) (Organisationsbündnis)

– 1. Friedenswoche
Sie wurde gegründet v. Wolfgang Raupach, Pastor Markt – und Kreuzkirche. Es handelte sich um ökumenische Friedensarbeit > Die Friedenswoche war Teil eines Modells landesweiter ökumenischer Friedensarbeit.
-Das Ziel war: einmal im Jahr rückblickend die eigene Arbeit zu beurteilen, grundsätzliche Fragen von Krieg und Militär in die Öffentlichkeit zu tragen und friedenspolitische Perspektiven zu entwickeln.
1977 entstand daraus: ‚Komitee Friedenswoche‘
1978 : 1. Friedenswoche
1980: 2. Friedenswoche

2. IFAZ – auf Bundesebene: KOFAZ (Kooperation für Abrüstung und Zusammenarbeit):
– Es handelte sich um den Versuch der Vernetzung von Organisationen und Personen.
– In den Jahren 1977/78 stand die Problematik der Neutronenbombenentwicklung im Vordergrund.
– ab 1982ging von der IFAZ die Koordination der Hannoverschen Ostermarschaktionen aus.–
– Es folgte die Gründung der ‚Friedensversammlung‘ in Hannover
Zwischen ‚Friedenswoche‘ und IFAZ ‚Arbeitsteilung‘
IFAZ – eher traditionell – auf Höhepunkt der Friedensbewegung: Initiierung und Unterstützung stadtteil- bzw. berufsbezogener Friedensinitiativen: Verbindung überregional und stadtteilbezogen.
Das ‚Komitee Friedenswoche‘: veranstaltete eine Friedenswoche im November in regelmäßigen Abständen und organisierte kleinere Veranstaltungen im Jahr

Ø 1981: Gründung ‚Friedensbüro‘ im Haus der Jugend
Dem Trägerkreisgehörten an: ‚Friedenswoche; IFAZ; DGB; Landesjugendring, Amnesty International Hannover, Parteien und andere Organisationen.
Das Ziel des Zusammenschlusses war: Vereinheitlichung und Intensivierung der Friedensarbeit
1981: Friedensbüro diente als Stützpunkt zur Koordination des Kirchentages in Hannover.

 

Ø Mai 1983: Unterzeichnung der Städtepartnerschaft Hiroshima – Hannover

-Eine 15jährige Verbindung wird vertraglich festgelegt.
– Aus Anlass der Unterzeichnung fand auf dem Trammplatz eine große Kundgebung statt, zu der alle Ratsfraktionen aufgerufen hatten.
– ‚Programm zur Abschaffung aller Atomwaffen‘ – Stadt tritt 83 bei.

 

Ø ‚Friedensversammlung‘ nach 1983
– Sie entstand in der Aktionswoche im Herbst 1983
-Sie rief auf zu Blockadeaktionen in Bremerhaven auf,
– organisierte drei Sonderzüge zur Hamburger Volksversammlung
– und rief u. a. zur Blockade der Bothfelder Kaserne auf.

-Das Thema des Internationalen Frauentags – organisiert von einem breiten‘ Frauenbündnis 8. März‘ (83?) rief gegen Militarismus und Krieg auf.
Im Herbst 1983 –( November) erfolgte die Zustimmung zu Mittelstreckenraketen im Bundestag.
Erneut stellt sich hier das Parlament in seinen Beschlüssen gegen eine Massenbewegung .
Ab 1984 finden wir das Auslaufen der friedenspolitischen Aktivitäten – in Hannover und anderswo.

 

Ø 1984: Entstehung des Hiroshima-Bündnisses als Zusammenschluss Hannoverscher Friedensgruppen und –initiativen
Dieses Bündnis wurde gegründet als Mahnung an die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki; es knüpfte an die Städtepartnerschaft zwischen Hiroshima und Hannover an und arbeitete schwerpunktmäßig gegen die atomare Aufrüstung
– Im Laufe der Jahrzehnte ist es sehr geschrumpft, aber noch existierend und an Aktivitäten zum Hiroshimatag (6. August) und zu Atomwaffenfragen aktiv.

 

In diesem Überblick sind nicht die antimilitaristischen, autonomen, nicht zur ‚Friedensbewegung‘ im engeren Sinne gehörenden Strömungen und Gruppen berücksichtigt.
Es wäre interessant – vor allem für uns in Hannover – einmal einen Gesamtüberblick zu erarbeiten. Aktivitäten und Angebote dazu sind gerne gesehen.

Brunhild Müller-Reiß

 

 

Bundeswehr sagt Adventskonzert in Neustädter Kirche ab (1.9.2010)

Pünktlich am 1. September 2010 erfuhren die LeserInnen der Hannovschein Zeitungen: “Bundeswehr sagt Adventskonzert wegen Einsatz ab.” (HAZ)

Wenn das keine gute Nachricht am Antikriegstag ist!

Allerdings wird die Absage militärorganisatorisch begründet: Der Stab der 1. Panzerdivision, der auch das Adventskonzert organisiere, sei mit den Vorbereitungen der Auslandseinsaätze im kommenden Jahr zu sehr beschäftigt. Dies mag so sein. Allerdings erscheint die Begründung für uns höchstens die halbe Wahrheit zu sein: bedarf ein bereits mehrfach durchgeführtes Konzert tatsächlich einer solch intensiven Organisation. Vielmehr glauben die OrganisatorInnen des Friedenskonzerts vor der Neustädter Kirche, dass ihr geplanter “singender Protest” vor der Kirche die Entscheidung mindestens mitbeeinflusst hat und somit im Vorfeld bereits ein Erfolg war.

Allerdings wissen wir, dass die Streichung des Konzerts in diesem Jahr nur ein Ausweichen ist: Im Zeitungsartikel heißt es auch, dass “im kommenden Jahr besonders viele der insgesamt 21000 Soldaten der 1. Panzerdivision in den Einsatz gehen”. Und Oberstleutnant Poloczek: “Nach unseren Vorstellungen findet die Veranstaltung im nächsten Jahr wieder wie gewohnt statt.”

D. h. Es ist und bleibt Krieg! Entrüstet Euch!

Wir begrüßen die Absage des Konzerts! Um aber aus dieser einmaligen Absage eine dauerhafte zu machen und um weiterhin gegen deutsche Einsätze in weltweiten Kriegen zu demonstrieren,
findet unser Konzert statt!

(Brunhild Müller-Reiß)

Friedensbiwak: Militärstrategien der Bundeswehr weltweit und die Absicherung im Zivilen

Donnerstag, 5. August 2010, 19 Uhr,
Pavillon (Lister Meile 4, Hannover)

Das Friedensbüro Hannover und die hannoversche Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen laden auch in diesem Jahr im Rahmen der Veranstaltungen des Antimilitaristischen Aktionskreises gegen das “Sommerbiwak” der Bundeswehr zu einem “Friedensbiwak” ein.

Beim diesjährigen Friedensbiwak werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion die aktuellen Militärstrategien der Bundeswehr im Ausland – insbesondere in Afghanistan – diskutiert. Sie werden mit den Werbebestrebungen der Bundeswehr auf ziviler Ebene in Verbindung gesetzt. Diese Fragen sind gerade für Hannover relevant, zeigt sich doch die in Hannover stationierte Erste Panzerdivision in vorderster Stellung im Militäreinsatz in Afghanistan präsent. Ebenso ist es nahezu einmalig für die Bundesrepublik Deutschland, dass eine Stadt eine Patenschaft für eine militärische Einheit übernommen hat.

Die Hintergründe wollen wir diskutieren. In einem einleitenden Vortrag gibt Kathrin Vogler (DFG-VK, Bundestagsabgeordnete) einen Überblick über die aktuellen militärischen Entwicklungen. Sie gibt Auskunft über die Auslandseinsätze der Bundeswehr, insbesondere in Afghanistan und weist auf Veränderungen hin.

In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion stehen Hannover und die Bedeutung der Ersten Panzerdivision in den Auslandseinsätzen im Blickpunkt. Es diskutieren: Alptekin Kirci (Mitglied des Rates der Stadt Hannover), Sebastian Wertmüller (DGB), Dirk Wittenberg (Rote Aktion Kornstraße), Kathrin Vogler (DFG-VK) und ein/e Vertreter/in der Grünen Jugend. Moderiert wird die Diskussion von Mechthild Dortmund.

Diese Diskussionsveranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und der Stiftung Leben und Umwelt – Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen statt.

Protest gegen das Sommerbiwak Presseerklärung nach den erfolgreichen Protesten

Am 07.August 2010 findet das 37.Sommerbiwak der 1.Panzerdivision statt
Kundgebung vor dem HCC 17:30 h – 19:10 h Danach Demonstration in die Stadt

*Presseerklärung des Bündnisses gegen das ‚Sommerbiwak’ der 1.
Panzerdivision in Hannover*
* *

Am 07. 08. 2010 hat das Bündnis gegen das Sommerbiwak der 1.
Panzerdivision zum 5. Mal in Folge Proteste gegen Europas schönstes
Sommerfest“ durchgeführt. Es beteiligten sich etwa 500 Gegnerinnen und Gegner
von Krieg und Militär gegen das Biwak der der 1. Panzerdivision, die die
Leitdivision im Krieg in Afghanistan werden wird und dort schon jetzt die
tragenden Einsatzkräfte stellt.

Brunhild Müller – Reiß, Sprecherin des antimilitaristischen Aktionskreises
(AMAK) sagte dazu: „ Wir freuen uns darüber, dass es uns gelungen ist, unseren
Protest auf vielfältige Weise laut und deutlich zum Ausdruck zu bringen. Wir
konnten zeigen, dass in der Stadt Hannover, die eine Patenschaft mit der 1.
Panzerdivision unterhält,, nicht alle Bürger und Bürgerinnen widerspruchslos
hinnehmen, dass beim Biwak gefeiert wird – gefeiert wird, damit Kriege geführt
werden können.“

Das Bündnis gegen das Sommerbiwak hat im Anschluss an eine „Jubeldemo“ der
SDAJ und einem Trauerzug,, organisiert vom Friedensbüro, zu einer Kundgebung
vor dem HCC aufgerufen. Aus dieser heraus wurden ein „Rave against War“ sowie
eine Demonstration zum Haus des Militaristen Paul von Hindenburg durchgeführt.
Abschließend führte eine Demonstration am Gelände des Stadtparks vorbei, wo
den Feiernden noch einmal deutlich und lautstark das Mißfallen gegenüber dem
militaristischen Spektakel gezeigt wurde.

Mit Genugtuung nahm das Bündnis zur Kenntnis, dass gleichzeitig mit den
Demonstrationen eine Gruppe von Antimilitaristinnen und Antimilitaristen im
Eingangsbereich ein wirkungsvolles ‘Die In’ durchführte, ebenso wie die 
Landtagsfraktion der Partei ‘die Linke’ demonstrativ ihren Protest auf dem 
Festgelände des Sommerbiwaks darstellte.

Die aktive und solidarische Praxis der Teilnehmenden an den Demonstrationen
konnte verhindern, dass die schikanösen Auflagen der Polizei die Proteste in
ihrer Wirkung nicht beeinträchtigt haben.

*
Bündnis gegen das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision*

*

Aufruf Proteste gegen das Sommerbiwak der BW 2010

Kundusaffäre – tote SoldatInnen – planfreies Bombardieren – Heldengedenken – ramponierte Soldatenmänner und Soldatenfrauen – Ablehnung des Kriegseinsatzes durch die Bevölkerung – Untersuchungsausschüsse – Beerdigungen – 8 Jahre Kriegseinsatz in Afghanistan – volle Bundeswehrkrankenhäuser – sinnloses Gemetzel – Rücktritt des ‚Verteidigungsministers‘ – unbekannte, nie genannte afghanische Opfer …

Das ist kein Widerspruch für die Führung der Bundeswehr: Auch in diesem Jahr wird wieder zu  „Europas schönstem Gartenfest“ eingeladen!
„LA LUNA“!
Je blutiger das Gemetzel des Krieges, desto romantischer das Motto des Kriegsfestes.
Am 07.August 2010 findet das 37. Sommerbiwak der 1.Panzerdivision statt.

Die Bundeswehr sagt:
Unsere ‚1. Panzerdivision der Eingreifkräfte‘  ist ein Ergebnis der  Umstrukturierung des deutschen Heeres. Sie verfügt seit 2009 über eine Stärke von rund 19.000 Soldatinnen und Soldaten: zu 80% Berufs- und Zeitsoldaten. Im Einsatz plant und führt „unsere Erste” hochint ensive, multinationale, vernetzte Operationen weltweit durch: Sie ist 2011 Leitdivision in Afghanistan. Dies ist für friedenserzwingende Maßnahmen notwendig. Wir stellen Kräfte zur deutschen Beteiligung an NATO- und EU-Eingreifkräften bereit.  Unsere Einsätze sind parlamentarisch beschlossen und mithin auch demokratisch.
Aus der Idee, ein Sommerfest für Soldaten der 1. Panzerdivision mit dem zivilen Umfeld zu feiern, hat sich erfreulicherweise eine Traditionsveranstaltung entwickelt, die über einen großen Gästestamm verfügt und einen festen Platz im Terminkalender der Landeshauptstadt Hannover besitzt.
Wir sagen:
Dieser feste Patz im Terminkalender gehört abgeschafft. Die Stadt Hannover  ist die einzige Landeshauptstadt, die sich eine Patenschaft mit einer Bundeswehrtruppe leistet. Seit 2 Jahren ist die Stadt sogar Mitveranstalterin des ‚Sommerbiwak‘. Damit verklärt auch sie, was im offiziellen Jargon „hochintensive, multinationale, vernetzte Operationen“ genannt wird, im Klartext jedoch „militärischer Angriff“ ist.
Keine Feier mit der 1. Panzerdivision! Kein Frieden mit der Bundeswehr!

Jahrelang hat die Politik behauptet, „unsere“ SoldatInnen kämpften für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte. Inzwischen wird Klartext geredet; nnicht nur in den „verteidigungspolitischen Richtlinien“ oder „Weißbüchern“geredet:
Bundespräsident Horst Köhler betont, „dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege“
dass militärische Einsätze zur Sicherung freier Handelswege notwendig sind. In dem von Commerzbank und 1. Panzerdivision initiierten Celler Appell heißt es: „Als rohstoffarmes, exportorientiertes Land ist Deutschland auf Stabilität und Sicherheit angewiesen.“   „

Und als sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Krieg“Verteidigungssminister“ zu Guttenberg mit den 30 führenden deutschen Managern traf, sei es vor allem um “sicherheitspolitische Aspekte” gegangen,  etwa um die Sicherheit wichtiger Ressourcen wie Öl und Gas, um den Schutz von Handelswegen und selbstverständlich auch um Afghanistan.
Da war es auch kein Fauxpas,  als Ex- Bundespräsident Horst Köhler betonte, „dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege.“

ging es dort um die militärische Sicherung von Handelswegen und Rohstoffen.
Diese Interessen weltweit durchzusetzen, bedeutet weltweit Krieg zu führen – einen Krieg, der die Form der Aufstandsbekämpfung annimmt. Diese Form des Krieges ist die mit den höchsten Opferzahlen in der Zivilbevölkerung. Die offizielle Sprache der Herrschenden ist verräterisch: Von „Vernichtung der In’s“ (Insurgents) redete der deutsche Oberst Klein nach der Bombardierung der Tanklaster. Von „feigen hinterhältigen Anschlägen“ reden die Politiker nach Aktionen gegen das deutsche Militär. Das ist die gleiche Sprache wie die der Wehrmacht bei der PartisanInnenbekämpfung. Es ist die gleiche Sprache wie die Frankreichs in Algerien und es ist die gleiche Sprache wie die der USA in Vietnam.
Die Regierung sagt:
Unsere SoldatInnen kämpfen für Demokratie, Freiheit  und Frauenrechte und für die Verteidigung westlicher Werte.
Wir sagen..
Eine vom Westen definierte ‚Demokratie‘ bedeutet bestenfalls,  einem Land etwas aufstülpen zu wollen, was es gar nicht will?
Und ‚westliche Freiheit’ heißt  neoliberale Freiheit in einer globalisierten Welt.
Und ‚Frauenrechte‘, Mädchenschulen? Das, was sich als Hilfe zur Emanzipation tarnt, tritt in den Rechtfertigungen immer mehr in den Hintergrund. Die Zivilbevölkerung – und damit vor allem Frauen – ist zunehmend Opfer von immer weiter eskalierender Gewalt. Und wer entscheidet, welche Emanzipation Frauen in Afghanistan wollen und wie sie erreicht werden kann? Vorgeblich humanitäre Aufbauhilfe und die zweifelhaften Segnungen westlicher Werte   haben der Bevölkerung Afghanistans Terror und Elend gebracht, keine Spur von humanem Leben.

Warum wird die zunehmende Ablehnung des Krieges in Afghanistan von Regierung  und Militär nach wie vor ignoriert?
Die westlichen, weltweit operierenden Konzerne und die sie unterstützenden Regierungen wollen es nicht hinnehmen, dass sie keinen sicheren Zugriff auf  diese Region der Erde, mit den wichtigen Rohstoffquellen und den zentralen Handelswegen haben.
Während Politik und Militär den Beginn des Rückzuges aus Afghanistan für das Jahr 2011 behaupten, schaffen  sie gleichzeitig zunehmend schweres Kriegsgerät wie Panzerhaubitzen und Panzerabwehrraketen  nach Afghanistandorthin. Die Gewaltspirale dreht sich immer schneller:  Deutschland führt Krieg am Hindukusch!
Das heißt: mit immer mehr Waffen wird versucht, den westlichen Einfluss so zu zementieren, dass dann in dem so ‚befriedeten‘ Land die afghanische Bevölkerung (vielleicht) die Scherben zusammen kratzen darf.

Gewöhnung an deutsche Kriegseinsätze
Trotz aller Kritik an deutschen Kriegseinsätzen: Im Alltag betreffen sie uns bisher kaum. Der Krieg ist weit  weg. Mit militärstrategischen Debatten wird die Wirklichkeit des Krieges wegrationalisiert.
Und wenn Särge mit toten SoldatInnen zurückkommen, wird mit Trauerfeiern, Pathos, Heldengedenken und  „Dankbarkeit und Anerkennung“ nicht gespart. Kanzlerin und ‚Verteidigungsminister‘ erklären herablassend den Angehörigen der Toten,  wie wichtig ihr Tod fürs Heimatland war: „Ruht in Frieden, Soldaten, und seid in Gottes Segen geborgen“, so Guttenberg.
Damit wird versucht, die Bevölkerung an mehr Tote und härtere Einsätze zu gewöhnen. Und wer dies kritisiert, wird der Empathielosigkeit oder gar der Menschenverachtung bezichtigt – als seien die KritikerInnen für den Tod in Afghanistan und anderswo verantwortlich.
Da bekommt selbst der Begriff Zeitsoldat eine ganz neue Bedeutung!

Ablehnung allein verändert nichts:
? Wer es falsch findet, dass Krieg als ein übliches Mittel der Außenpolitik betrachtet wird, muss etwas dagegen tun.
? Wer für den sofortigen Rückzug der deutschen SoldatInnen aus deren weltweiten Kriegseinsätzen ist, sollte dem Ärger öffentlich Gehör verschaffen.
? Wer denkt, dass ein Etat von 31 Milliarden Euro für Anderes als Krieg ausgegeben werden sollte, muss auf die Straße gehen!
? Wer nicht will, dass die Stadtregierung „im Namen aller HannoveranerInnen“ die Bundeswehr hofiert, muss öffentlich protestieren!
? Wer gegen die kriegerische Normalität ist, muss Widerstand leisten!

Wer schweigt, stimmt zu!
Sagt gemeinsam mit uns deutlich ‚Nein’ dazu, dass sich diese die 1. PanzerdDivision in die Öffentlichkeit drängt. Versuchen wir, die KriegstreiberInnen in ihre Kasernen zurückzuverweisen, ihnen die Legitimität zu entziehen.
Wenn der hannoversche Oberbürgermeister in seinem alljährlichen Grußwort zum Sommerbiwak erklärt, dies sei eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Beziehungen zwischen Wirtschaft, Militär und Politik zu pflegen und zu verbessern, so hat er Recht: Hier kommt zusammen, was zusammen gehört.

Wenn am 07. August August 2010 die 1. Panzerdivision mit 6000 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Militär feiern will, dann ist dies unsere Möglichkeit, denjenigendiejenigen, die von Krieg und Ausbeutung profitieren, mit sichtbarem und hörbarem Protest und Widerstand zu konfrontieren.
Sie feiern, damit sie Krieg führen können! Vermiesen wir ihnen ihr Fest!

Schluss mit dem Sommerbiwak der 1. Panzerdivision!
Sofortige Aufkündigung der Patenschaft Hannovers mit “der 1.”!
Bundeswehr raus aus Afghanistan!

Antimilitaristischer Aktionskreis Region Hannover  (AMAK)

Zu den Protesten rufen auf:
Antifaschistische Aktion Hannover; AK-Antimilitarismus; AK-Regional-geschichte; Alerta; Attac Hannover; Avanti Hannover; DKP; DFG-VK Hannover; FAU- Hannover; Friedensbüro Hannover e.V.; Grüne Jugend; Kino im Sprengel; Die Linke Region Hannover; Linksjugend [`solid] Hannover; Radio Flora – Redaktion International; Rote Aktion Kornstraße (RAK); Schwule Sau; Walpurgis-Demo Bündnis; 762-Antifa

Vorankündigung Friedensbiwak 2010

Militärstrategien der Bundeswehr weltweit und die Sicherung der „Heimatfront“

Pavillon: 5.08.2010, 19.00, Kleiner Saal


Die Podiumsdiskussion setzt sich mit den  Zielen der Bundeswehr im Ausland (Afghanistan) und der damit einhergehenden Akzeptanzwerbung der Bundeswehr im Inneren auseinander. In Hannover spielt dabei die Patenschaft der Stadt Hannover zur ersten Panzerdivision und das jährlich veranstaltete ‚Sommerbiwak‘ der 1. Panzerdivision eine herausragende Rolle. Anhand des Umgangs von kommunalen Verantwortlichen mit der Thematik wird diskutiert, wie die Bundeswehr versucht, die zunehmende Militarisierung des Zivilen auf allen Ebenen durchzusetzen und wie kommunale Entscheidungsträger sie dabei unterstützen. Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit der weltweiten Strategie der Bundeswehr durch Kathrin Vogler (DFG-VK, Bundestagsabgeordnete) wird diskutiert, auf welchen Wegen in der Stadt Hannover die Militarisierung der Gesellschaft voranschreitet und wie Widerstand dagegen aussehen kann. Eingeladen sind weiterhin Vertreter_innen der Stadt und der Gewerkschaften, die gemeinsam mit Vertreter_innen des Antimilitaristischen Aktionskreises (AMAK) diskutieren werden.
Eine Veranstaltung des AMAK organisiert vom Friedensbüro Hannover und der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdientsgegnerInnen); in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und der Stiftung Leben und Umwelt.

singender Protest gegen Militärkonzerte

Einladung zum singenden Protest gegen Militärkonzert in Neustädter Hof- und Stadtkirche: „Es ist Krieg – entrüstet euch!“

wie Ihnen bekannt ist, protestierte das Friedensbüro Hannover gemeinsam mit anderen antimilitaristischen Gruppen und Einzelpersonen mehrfach – zuletzt am Ostersonntag 2010 – gegen Konzerte der Bundeswehr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche.
Das dort seit 2008 stattfindende Adventskonzert dient u. E. dazu, die Akzeptanz von Militär und Krieg in der Zivilgesellschaft zu erhöhen und reiht sich damit in zahlreiche Versuche der Bundeswehr ein, Ziviles und Militärisches zu vermischen. Neben der Präsenz der Bundeswehr in Uniform in einem Gotteshaus und dem Ausschluss der breiten Öffentlichkeit von dieser Veranstaltung ist es ein Skandal, dass friedlich vorgetragener Protest kriminalisiert wird.

Dagegen regt sich immer größerer Widerstand auch in den Kirchen. Deshalb wird am 1. Dezember 2010 abends auf dem Platz vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche ein friedliches Gegenkonzert mit Chor und Bläserchor stattfinden.
Geplant sind „Verleih uns Frieden“ von Schütz, moderne Kirchenlieder und Kanons aus unterschiedlichen Ländern wie Israel und Afrika.
Zu einer Probe mit allen Interessierten sind Sie herzlich eingeladen am 13. November 2010 von 10:00 – 18:00 Uhr im Haus kirchlicher Dienste, Archivstr. 3, 30169 Hannover.
Anmeldungen zu Konzert und Probe bitte per Email an das Friedensbüro Hannover unter aveop@web.de
Ansprechpartnerin im Friedensbüro Hannover e. V. Brunhild Müller-Reiß, Maschstr. 24 in Hannover
Arbeitsfeld Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste: Klaus Burkhardt
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„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“     
So klar drückte es die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) auf der Vollversammlung 1948 in Amsterdam aus. Bis heute ist dies ein Grundkonsens der 349 Mitgliedskirchen des ÖRK weltweit.
Die „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ (2001-2010) wurde vom ÖRK ausgerufen, um der „Logik, dem Geist und der Praxis des Krieges zu widersprechen“ und zu einer  „grundsätzlichen Absage an jede theologische Rechtfertigung von Gewalt“ beizutragen. Dieses Ansinnen hat auch die ev.-luth. Landekirche Hannovers durch den Beschluss der 22. Landessynode vom November 2000 positiv aufgenommen.
„Es ist Krieg – entrüstet Euch!“Jährlich zur Friedensdekade im November führen Kirchen Veranstaltungen und Gottesdienste durch. 2010 steht die Friedensdekade unter dem Motto „Es ist Krieg – entrüstet euch!“ Am 17. November 2010 wird u.a. dazu ein Gottesdienst um 10:00 Uhr in der Marktkirche Hannover stattfinden. Das Motto ist auch Motivation und Aufruf für das friedliche Protestkonzert vor den Neustädter Hof- und Stadtkirche.
V.i.S.d.P.: Friedensbüro Hannover, Maschstr. 24, c/o B. Müller-Reiß

Übergabe der Unterschriftenliste “Kein Militär in Gotteshäusern” am 02.05.2010 erfolgt

Die Unterschriftenliste wurde nicht – wie zunächst geplant – öffentlich während des Gottesdienstes übergeben.

In einem kurzen Gespräch vor dem Gottesdienst weigerte sich die Pastorin der Neustädter Hof- und Stadtkirche vehement, die Listen entgegenzunehmen. Im Fall einer Störung drohten drei Kirchenvorsteherinnen massiv mit “Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und einem Polizeieinsatz wie bei der Kirchenräumung im Dezember”.

Mit einer kurzen Ansprache NACH dem Orgelnachspiel wurden die Listen der Pastorin am Ausgang der Kirche – im Beisein mehrerer Orchestermitglieder – überreicht.
Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass für den Frühsommer eine Podiumsdiskussion zum Thema Bundeswehr – Afghanistan stattfinden wird und das Friedensbüro mit einbezogen werden soll.

Birgit Stelzmann-Mey

Afghanistan-Veranstaltung der Dreifaltigkeitskirche

Kirchen und der Krieg in Afghanistan

Zunehmend beschäftigen sich kirchliche Gesprächskreise auch mit dem Thema ‘Krieg in Afghanistan’.

So fand am 28. April im Gemeindesaal der Dreifaltigkeitskirche in der List eine spannende Diskussion statt.

Ein Mitarbeiter von Eirene (kirchlicher Friedensdienst) und eine Mitarbeiterin eines Schulprojektes in Afghanistan referierten und diskutierten anschließend mit den Anwesenden. Der angekündigte Soldat kam – ohne Absage – nicht.

Der Saal war voll – leider überwiegend graue Häupter. Das tat der Qualität der Diskussion keinesfalls Abbruch – aber schön wäre ja auch das Interesse junger Menschen! Das Publikum erwies sich als überwiegend kritisch gegenüber dem deutschen, bzw. westlichen Einsatz in Adghanistan, auch wenn zwei anwesende Afghanistan-Polizei-AusbilderInnen z. T. in sehr eurozentrischer bzw. neokolonialer Haltung darüber berichteten, dass ‘die Afghanen’ nicht wirklich die westlichen Werte so schätzten, wie dies gut wäre. Es gab aber gleichzeitig sehr klare Worte für einen “unverzüglichen” Rückzug deutscher Truppen und Hinweise auf die tatsächlichen westlichen Interessen – jenseits aller ‘humanistischen’ Rhetorik.

Von unserer Seite wurde betont, wie sehr wir die intensive Diskussion vor allem auch im kirchlichen Bereich schätzen und dass wir auf jeden Fall Kontakte zu der Kirchengmeinde halten werden.

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