Der Krieg der Schwestern:Die neue Menschlichkeit des Militärs?

*** Veranstaltung am12.01 muss leider ausfallen. Neuer Termin wird rechtzeitg bekannt gegeben ****

Veranstaltungsreihe mit den folgenden Veranstaltungen:

(altes Jahr 2010)
Mittwoch, 10.11.2010: „Kriegsursache Männlichkeit“ mit Andreas Heilmann (Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin)
Freitag, 26.11.2010: „Gender trouble in der Bundeswehr“ mit Dr. Cordula Dittmer (Zentrum für Konfliktforschung, Universität Marburg)

Januar 2011
Mittwoch, 12.01.2011: „Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten. Männer und Frauen als Täter / Täterinnen und Opfer“ mit Dr. Regina Mühlhäuser

Veranstaltungsort jeweils: Pavillon (Hannover, Lister Meile 4)
Beginn jeweils: 19.00 Uhr

Infos zu den einzelnen Veranstaltungen:

Das Militär galt lange Zeit als eine Bastion „der Männlichkeit“. Fanden sich in Armeen meist Menschen unterschiedlicher ökonomischer Situation und verschiedener Überzeugungen, so war ihnen doch eines gemeinsam: Sie gehörten dem männlichen Geschlecht an. Die Uniformität in Kleidung und Verhalten, die Befehlsgebundenheit sowie die Gemeinsamkeit in männlicher Sozialisation erzeugten nach außen ein Bild von durch Härte, Disziplin und Gehorsam geprägter „militärischer Männlichkeit“; gleichzeitig ermöglichten sie im Inneren Freiräume, auch für Gefühle.
Seit einigen Jahren dürfen in der Bundesrepublik Deutschland nun auch Frauen in die Bundeswehr; Lesben und Schwule dürfen auf Grund ihrer Homosexualität nicht mehr diskriminiert werden. Damit trägt die Bundeswehr – scheinbar – der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung, in der Individualität deutlicher hervortritt (und in der die Gleichberechtigung von Frau und Mann langsam, aber immerhin, vorankommt). Diese Tendenz könnte durch das Aussetzen der Wehrpflicht verstärkt werden: Die Bundeswehr muss sich nun als „attraktive Arbeitgeberin“ präsentieren, die ihren „Angestellten“ eine Perspektive bietet.
Gleichzeitig ist eine tolerante und emanzipierte Außenwirkung der Bundeswehr, mit Frauen und Homosexuellen in den eigenen Reihen, aktuell durchaus auch für eine äußere Repräsentation relevant. So werden derzeit insbesondere Frauen- und Homosexuellenrechte als wichtige Gründe angeführt, mit denen das militärische Eingreifen in Afghanistan vor der eigenen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit gerechtfertigt wird. Nur „hinten rum“ und in „Versprechern“ wird dabei offenbar, worum es wirklich geht: um Einflusssphären und um die Sicherung deutscher ökonomischer Interessen.
Emanzipation und Toleranz werden also bedeutsam – sie prägen die Außendarstellung der BRD und zunehmend die Umgestaltung der Bundeswehr. In der Veranstaltungsreihe „Der Krieg der Schwestern: Die neue Menschlichkeit des Militärs?“ werfen wir einen Blick auf die Verwicklungen von Militär und Geschlecht, und die Wandlungen, die sich mit der Öffnung des Militärs für Frauen, Lesben und Schwule ergeben. Wie stellen sich nun Männlichkeiten und Weiblichkeiten im Militär dar? In drei Veranstaltungen nähern wir uns – aus verschiedenen Richtungen – diesen Fragen an:

Am 10.11.2010 (Mittwoch) wendet sich Andreas Heilmann (Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin) der „Kriegsursache Männlichkeit“ zu. Er erläutert „hegemoniale Männlichkeit“, Machtbeziehungen zwischen verschiedenen Formen von Männlichkeit und ihre Abgrenzung und etablierte kulturelle Dominanz gegenüber Weiblichkeiten. Heilmann führt aus, dass und wie das Militär bestimmten Männlichkeitsformen spezifische und gewaltförmige Artikulationsformen anbietet. Er stellt zur Diskussion, dass eine derzeitige „Krise der Männlichkeit“ einerseits auf eine Flexibilisierung herkömmlicher Männlichkeitsnormen verweist. Sie werden dadurch stabilisiert, – hierzu zählt u.a. die Forderung „Schwule zum Militär!“. Andererseits deutet sie auf eine radikale Infragestellung des hegemonialen Musters männlicher Dominanz hin, – dies u.a. durch das Aussetzen der Wehrpflicht und durch Männer in der Pflegearbeit.

Am 26.11.2010 (Freitag) rückt Dr. Cordula Dittmer  (Zentrum für Konfliktforschung, Universität Marburg), in der Veranstaltung „Gender trouble in der Bundeswehr“ das Selbstverständnis und die Identitätskonstruktionen von Soldatinnen und Soldaten in den Blick. Tatsache ist, dass immer weniger junge Männer zu Armeen wollen. Deutlich zeigt sich das in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland. Kann die Öffnung des Militärs für Frauen, für Lesben und Schwule als eine Antwort darauf verstanden werden? Überlagert das  „soldatische Selbstverständnis“ geschlechter- und sexualitätsübergreifend die Identitätskonzepte „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ und führt zur Stabilisierung des Militärs? Und kommen damit gefestigte Geschlechterbilder ins Wanken?

Im Januar 2011 – am 12.1. (Mittwoch) – schließt Dr. Regina Mühlhäuser die Veranstaltungsreihe ab. Mit dem Thema „Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten. Männer und Frauen als Täter / Täterinnen und Opfer“ rückt sie dabei den zentralen Punkt in den Blick, der untrennbar mit Fragen um Geschlecht und Militär verbunden scheint. Es wird die sexualisierte, vielmehr sexuelle Gewalt in Konflikten gegenüber Frauen, Männern und Kindern thematisiert. Es werden Fragen nach den Opfern gestellt, – und es werden insbesondere die Täter und Täterinnen genau anvisiert: Wieso kommt es in militärischen Konflikten zu zahllosen sexuellen Übergriffen gegenüber der Zivilbevölkerung und gegnerischen Soldatinnen und Soldaten? Hängt dies mit soldatischen Identitäten zusammen, mit Machtbeweisen oder eigener Überforderung mit der gesehenen Gewalt? Ergeben sich hier möglicherweise Änderungen durch die Aufnahme von Frauen in Armeen, – und wenn ja, wie sehen diese aus?

Die Veranstaltungsreihe wird veranstaltet von Friedensbüro Hannover e.V. und DFG-VK Hannover, in Kooperation mit Stiftung Leben und Umwelt – Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen und Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen.

Wir laden alle Interessierten sehr herzlich zu den Veranstaltungen ein! Es wird im Anschluss an die einführenden Vorträge jeweils genügend Raum für Diskussionen zur Verfügung stehen.

 

Friedensbiwak: Militärstrategien der Bundeswehr weltweit und die Absicherung im Zivilen

Donnerstag, 5. August 2010, 19 Uhr,
Pavillon (Lister Meile 4, Hannover)

Das Friedensbüro Hannover und die hannoversche Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen laden auch in diesem Jahr im Rahmen der Veranstaltungen des Antimilitaristischen Aktionskreises gegen das „Sommerbiwak“ der Bundeswehr zu einem „Friedensbiwak“ ein.

Beim diesjährigen Friedensbiwak werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion die aktuellen Militärstrategien der Bundeswehr im Ausland – insbesondere in Afghanistan – diskutiert. Sie werden mit den Werbebestrebungen der Bundeswehr auf ziviler Ebene in Verbindung gesetzt. Diese Fragen sind gerade für Hannover relevant, zeigt sich doch die in Hannover stationierte Erste Panzerdivision in vorderster Stellung im Militäreinsatz in Afghanistan präsent. Ebenso ist es nahezu einmalig für die Bundesrepublik Deutschland, dass eine Stadt eine Patenschaft für eine militärische Einheit übernommen hat.

Die Hintergründe wollen wir diskutieren. In einem einleitenden Vortrag gibt Kathrin Vogler (DFG-VK, Bundestagsabgeordnete) einen Überblick über die aktuellen militärischen Entwicklungen. Sie gibt Auskunft über die Auslandseinsätze der Bundeswehr, insbesondere in Afghanistan und weist auf Veränderungen hin.

In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion stehen Hannover und die Bedeutung der Ersten Panzerdivision in den Auslandseinsätzen im Blickpunkt. Es diskutieren: Alptekin Kirci (Mitglied des Rates der Stadt Hannover), Sebastian Wertmüller (DGB), Dirk Wittenberg (Rote Aktion Kornstraße), Kathrin Vogler (DFG-VK) und ein/e Vertreter/in der Grünen Jugend. Moderiert wird die Diskussion von Mechthild Dortmund.

Diese Diskussionsveranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und der Stiftung Leben und Umwelt – Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen statt.

Vorankündigung Friedensbiwak 2010

Militärstrategien der Bundeswehr weltweit und die Sicherung der „Heimatfront“

Pavillon: 5.08.2010, 19.00, Kleiner Saal


Die Podiumsdiskussion setzt sich mit den  Zielen der Bundeswehr im Ausland (Afghanistan) und der damit einhergehenden Akzeptanzwerbung der Bundeswehr im Inneren auseinander. In Hannover spielt dabei die Patenschaft der Stadt Hannover zur ersten Panzerdivision und das jährlich veranstaltete ‚Sommerbiwak‘ der 1. Panzerdivision eine herausragende Rolle. Anhand des Umgangs von kommunalen Verantwortlichen mit der Thematik wird diskutiert, wie die Bundeswehr versucht, die zunehmende Militarisierung des Zivilen auf allen Ebenen durchzusetzen und wie kommunale Entscheidungsträger sie dabei unterstützen. Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit der weltweiten Strategie der Bundeswehr durch Kathrin Vogler (DFG-VK, Bundestagsabgeordnete) wird diskutiert, auf welchen Wegen in der Stadt Hannover die Militarisierung der Gesellschaft voranschreitet und wie Widerstand dagegen aussehen kann. Eingeladen sind weiterhin Vertreter_innen der Stadt und der Gewerkschaften, die gemeinsam mit Vertreter_innen des Antimilitaristischen Aktionskreises (AMAK) diskutieren werden.
Eine Veranstaltung des AMAK organisiert vom Friedensbüro Hannover und der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdientsgegnerInnen); in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und der Stiftung Leben und Umwelt.

singender Protest gegen Militärkonzerte

Einladung zum singenden Protest gegen Militärkonzert in Neustädter Hof- und Stadtkirche: „Es ist Krieg – entrüstet euch!“

wie Ihnen bekannt ist, protestierte das Friedensbüro Hannover gemeinsam mit anderen antimilitaristischen Gruppen und Einzelpersonen mehrfach – zuletzt am Ostersonntag 2010 – gegen Konzerte der Bundeswehr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche.
Das dort seit 2008 stattfindende Adventskonzert dient u. E. dazu, die Akzeptanz von Militär und Krieg in der Zivilgesellschaft zu erhöhen und reiht sich damit in zahlreiche Versuche der Bundeswehr ein, Ziviles und Militärisches zu vermischen. Neben der Präsenz der Bundeswehr in Uniform in einem Gotteshaus und dem Ausschluss der breiten Öffentlichkeit von dieser Veranstaltung ist es ein Skandal, dass friedlich vorgetragener Protest kriminalisiert wird.

Dagegen regt sich immer größerer Widerstand auch in den Kirchen. Deshalb wird am 1. Dezember 2010 abends auf dem Platz vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche ein friedliches Gegenkonzert mit Chor und Bläserchor stattfinden.
Geplant sind „Verleih uns Frieden“ von Schütz, moderne Kirchenlieder und Kanons aus unterschiedlichen Ländern wie Israel und Afrika.
Zu einer Probe mit allen Interessierten sind Sie herzlich eingeladen am 13. November 2010 von 10:00 – 18:00 Uhr im Haus kirchlicher Dienste, Archivstr. 3, 30169 Hannover.
Anmeldungen zu Konzert und Probe bitte per Email an das Friedensbüro Hannover unter aveop@web.de
Ansprechpartnerin im Friedensbüro Hannover e. V. Brunhild Müller-Reiß, Maschstr. 24 in Hannover
Arbeitsfeld Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste: Klaus Burkhardt
________________________________________________
„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“     
So klar drückte es die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) auf der Vollversammlung 1948 in Amsterdam aus. Bis heute ist dies ein Grundkonsens der 349 Mitgliedskirchen des ÖRK weltweit.
Die „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ (2001-2010) wurde vom ÖRK ausgerufen, um der „Logik, dem Geist und der Praxis des Krieges zu widersprechen“ und zu einer  „grundsätzlichen Absage an jede theologische Rechtfertigung von Gewalt“ beizutragen. Dieses Ansinnen hat auch die ev.-luth. Landekirche Hannovers durch den Beschluss der 22. Landessynode vom November 2000 positiv aufgenommen.
„Es ist Krieg – entrüstet Euch!“Jährlich zur Friedensdekade im November führen Kirchen Veranstaltungen und Gottesdienste durch. 2010 steht die Friedensdekade unter dem Motto „Es ist Krieg – entrüstet euch!“ Am 17. November 2010 wird u.a. dazu ein Gottesdienst um 10:00 Uhr in der Marktkirche Hannover stattfinden. Das Motto ist auch Motivation und Aufruf für das friedliche Protestkonzert vor den Neustädter Hof- und Stadtkirche.
V.i.S.d.P.: Friedensbüro Hannover, Maschstr. 24, c/o B. Müller-Reiß

Ostermarsch 2010

 

Nicht in unserm Namen!
Keine Militärkonzerte in Gotteshäusern!
Du sollst nicht töten!
Dieses christliche Gebot wird weltweit durch Kriegseinsätze mit Füßen getreten. Auch Deutschland ‚tritt mit‘. Und es wird vor allem in Afghanistan immer deutlicher, dass diese ‚humanitären Einsätze‘ keineswegs Humanität und Zivilisation verbreiten, sondern die Gewaltspirale immer höher schrauben.
„Nichts ist gut in Afghanistan“, sagt Frau Käßmann.
Da der Rückhalt für den militärischen Einsatz in Afghanistan in der Bevölkerung  immer weiter schwindet, versucht die BW gezielt  in wichtige gesellschaftliche Bereiche (Kirche, Gewerkschaften, Schulen etc.) einzudringen und diese zu militarisieren
Wir aber sagen:
> Keine Akzeptanzwerbung in Kirchen für Bundeswehreinsätze!
>Keine moralische ‚Aufrüstung‘ für Soldaten in Kriegseinsätzen!
> Keine Militärkonzerte in Gotteshäusern!
Zur Aktion:

–       Ab 16.00 Infotisch vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche, (Calenberger Neustadt) Neustädter Markt.

Infowände Gespräche zur Information für KirchenbesucherInnen eine Stunde vor dem Kantatengottesdienst,

Musik, Stühle etc.: Sammeln von Unterschriften gegen  Militärkonzerte in Gotteshäusern

–        von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr Gottesdienst

–         von  18.00 bis 19.0 0 Uhr:  wieder Gespräche, Musik

„Nicht in unserm Namen“ Streitgespräch mit Bürgermeister Bernd Strauch zur Patenschaft der Stadt Hannover mit der 1. Panzerdivision

Einladung zum Friedenspolitischen Arbeitskreis am 6. April im Pavillon um 19.30 – R. 6:
„Nicht in unserm Namen“
Streitgespräch mit Bürgermeister Bernd Strauch zur Patenschaft der Stadt Hannover mit der 1. Panzerdivision

„Im Namen aller 508.107 Hannoveraner“ begrüßte Bürgermeister Strauch 2008 die Gäste des ‚Sommerbiwaks‘, das die 1. Panzerdivision alljährlich im HCC veranstaltet. Wir sgten damals und sagen auch heute: „Nicht in unserm Namen!“
Die 1. PD mit Stabssitz in Hannover kämpft als Elite-Eingreiftruppe in Afghanistan. Dieser Krieg und jegliche militärische Beteiligung Deutschlands „ist nicht in unserm Namen!“ Wir fordern deshalb die Stadt auf, die Patenschaft mit der 1. Panzerdivision zu beenden.

Wir wollen mit Bürgermeister Strauch ein Streitgespräch führen.

Ø   Welche Haltung haben Sie zu Krieg und Frieden allgemein (Engagement und KDV)?
Ø   Wie schätzen Sie die gegenwärtige Bundeswehr und ihre Einsätze ein?
Ø   Welches ist Ihre persönliche Haltung zu Bundeswehr, 1. PD und Bundeswehrschule?
Ø   Wie gehen Sie als Stadtvertreter mit dem Widerspruch ‚Hannover – Friedensstadt (Patenschaft Hiroshima – Mitgliedschaft bei ‚Mayors for Peace‘) um?
Wie ist es zu verstehen, dass am 1. September 09 Stadt und Gewerkschaften Seite an Seite mit Vertretern der 1. PD in Uniform den ‚Anti-Kriegstag‘ begingen?
Ø   Sehen Sie notwendige Konsequenzen, die aus diesem Widerspruch gezogen werden sollten?

Ø   Welche Konsequenzen sehen Sie für eine Zusammenarbeit der Stadt mit Friedens-Antimilitaristischen Gruppen?

Es haben auch VertreterInnen aus den Gewerkschaften zugesagt, zu dem Streitgespräch zu kommen.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein!

Friedensbüro Hannover e. V.

Begleitprogramm zur Ausstellung „Was damals Recht war …“

im Historischen Museum Hannover
09.12.2009 – 28.02.2010
Dienstag, 08. Dezember 2009, 19.00 Uhr
Ausstellungseröffnung
Begrüßung
Dr. Thomas Schwark, Museumsdirektor
Grußwort und Einführung in die Ausstellung
Dr. Ulrich Baumann???, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Zeitzeugengespräch mit Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der Militärjustiz; Moderation: Mechthild Dortmund, Radio Flora
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 15. Dezember, 19.00 Uhr
Vortrag
Der Politiker Hans-Karl Filbinger und der Soldat Walter Gröger. Zwei Lebensläufe
Jacqueline Roussety, Berlin
Hans-Karl Filbinger war als Marinerichter im Zweiten Weltkrieg an der Verhängung mehrerer Todesurteile gegen Deserteure beteiligt. Bei der Exekution des Matrosen Walter Gröger führte er als ranghöchster Offizier das Kommando. Nach dem Krieg wurde Filbinger als CDU-Politiker Ministerpräsident von Baden-Würtemberg. Er rechtfertigte sein Handeln während der Zeit des Nationalsozialismus mit den Worten: „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.“ Wegen dieser Aussage musste er von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktreten.
Veranstalter: Volkshochschule Hannover, Friedensbüro, DFG-VK Hannover
Ort: Volkshochschule Hannover, Raum 214
Mittwoch, 16. Dezember, 19.30 Uhr
Rosen für den Staatsanwalt, BRD 1959, 99 Min., Regie Wolfgang Staudte
Weil er während des Zweiten Weltkriegs zwei Dosen Fliegerschokolade auf dem Schwarzmarkt gekauft hat, wird der Soldat Kleinschmidt von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Durch einen Fliegerangriff entkommt Kleinschmidt der Exekution. Nach Kriegsende kehrt Kleinschmidt in seine Heimatstadt zurück und trifft auf seinen einstigen Ankläger, der mittlerweile als Oberstaatsanwalt Karriere gemacht hat …
Einführender Vortrag von Prof. Dr. Knut Hickethier (Universität Hamburg)
Kriegsgericht – Die Wehrmachtsjustiz im Film (mit Filmausschnitten)
Veranstalter und Ort: Hochhaus Lichtspiele
Dienstag, 12. Januar, 19.00 Uhr
Vortrag
„Zum Heldentod begnadigt?“ Das System der Erziehungs-, Straf- und Bewährungseinheiten der Wehrmacht
Dr. Hans-Peter Klausch, Oldenburg
30.000 Soldaten der Wehrmacht wurden wegen Fahnenflucht, Wehrkraftzersetzung, Selbstverstümmelung etc. zum Tode verurteilt und hingerichtet. Etwa 200.000 Soldaten wurden zur Bewährung in Erziehungslagern, Strafbataillonen und Konzentrationslagern verurteilt und überlebten dies nicht. Auszug aus dem Gnadengesuch des Vaters von Adolf Oppermann, der wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt wurde: „Herr General ist es nicht möglich meinem Sohn Frontbewährung zu gewähren, damit – wenn es der liebe Gott will – er auf dem Felde der Ehre den Heldentod erleidet und somit nicht die ganze Familie mit dem Schandfleck der Unehre das ganze Leben belastet ist.“
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK Hannover, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 19. Januar, 19.00 Uhr
Vortrag
Wehrmacht, Gestapo und sowjetische Kriegsgefangene
Dr. des. Rolf Keller, Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten
Im Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion wurden von deutscher Seite das Völkerrecht und kriegsrechtliche Konventionen weitgehend missachtet. Die Wehrmacht verweigerte den sowjetischen Kriegsgefangenen eine Behandlung nach den Grundsätzen der Internationalen Genfer Konvention von 1929. Die Wehrmachtsgerichtsbarkeit wurde für sie als nicht zuständig erklärt: Bei Flucht, Widerstand oder anderen vermeintlichen Vergehen wurden die Gefangenen der Gestapo übergeben und in der Regel in die Konzentrationslager der SS eingeliefert.
Durch gezielte Mordaktionen und infolge unzureichender Versorgung, brutaler Behandlung und harter Arbeit kamen mindestens 2,5 Millionen sowjetische Krieggefangene ums Leben. In der Lüneburger Heide richtete die Wehrmacht 1941 drei große „Russenlager“ ein: Allein in Bergen-Belsen, Fallingbostel-Oerbke und Wietzendorf starben etwa 50 000 sowjetische Kriegsgefangene. Das Schicksal der Gefangenen in diesen Stammlagern und deren Arbeitskommandos in Nordwestdeutschland steht im Mittelpunkt des Vortrags.
Ort: Historisches Museum Hannover
Mittwoch, 27. Januar, 19.00 Uhr
Vortrag
Der Krieg heiligt die Mittel. Die Rolle der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg
Hannes Heer
„Hannes Heer, ehemaliger Leiter der Wehrmachtsausstellung, skizziert in seinem Vortrag, wie die Wehrmacht nach 1933 neben der NSDAP zur „Zweiten Säule“ des NS-Regimes  wurde – zum stabilisierenden Faktor der Diktatur, zur Planerin des neuen Krieges und zur Garantin des Rassegedankens. Er zeichnet nach wie „Hitler’s Army“ bei der Besetzung Polens 1939 den Bruch des Völkerrechts und den Völkermord erprobte. Im „Unternehmen Barbarossa“ ab Juni 1941 demonstrierte sie einen neuen Typ von Krieg, bei dem der Massenmord an Juden und „Slawen“ Teil der militärischen Operationen wurde. Amoralität war Normalität geworden.“
Eine Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK, Liberale Jüdische Gemeinde Hannover, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 02. Februar, 19.00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Joachim Perels (Hannover) und Prof. M. Karl-Heinz Lehmann, Burgdorf
Die juristische Aufarbeitung der NS-Wehrmachtsjustiz nach 1945 in der Bundesrepublik
Ein Kapitel bundesdeutscher Rechtsgeschichte: Während die Kriegsrichter der Wehrmacht nach dem Krieg juristisch nicht zur Verantwortung gezogen wurden, sondern nicht selten Karriere in der Justiz machten, kämpften Deserteure jahrzehntelang vergeblich um ihre Rehabilitierung und wurden als Feiglinge und Verräter diffamiert.
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK Hannover, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 09. Februar, 19.00 Uhr
Denkzeichen! – oder: „Wo sind die Deserteure?“
Die Erinnerung an die Opfer der NS-Wehrmachtsjustiz in der deutschen Gedenkkultur
Impulsreferat und Podiumsdiskussion
Die Errichtung von Mahnmalen zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges erfolgte nach Kriegsende schnell und gesellschaftlich konsensfähig. Doch bereits 1953 fragte der spätere Nobelpreisträger Heinrich Böll: „Wo sind die Deserteure?“ Es sollte bis 1981 dauern, bevor in Kasel das erste Denkmal für den unbekannten Deserteur eingeweiht wurde. Erst 2002 wurde die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure durch den Bundestag beschlossen. 2009 ist nun auch die letzte Opfergruppe der damaligen NS-Richter rehabilitiert worden: die so genannten „Kriegsverräter“. Per Gesetz erhielten jene Menschen posthum und pauschal ihre Ehre und Würde zurück.
Über den problematischen Umgang im Gedenken an die Opfer der NS-Wehrmachtsjustiz in der Bundesrepublik Deutschland und ihren heutigen Platz in der Erinnerungskultur diskutieren:
Dr. Norbert Haase, Historiker Dresden
Prof. Ulrich Krempel, Direktor Sprengel Museum Hannover, Jury-Mitglied Denkmal für die Kölner Deserteure
Prof. Rolf Wernstedt, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landtagspräsident a. D.
Brunhild Müller-Reiß, AG Denkmal für den unbekannten Deserteur i. d. DFG-VK Hannover
N.N., Referent/in Bundesministerium für Verteidigung
Moderation: Dr. Thomas Schwark, Direktor Historisches Museum Hannover; Dr. Sabine Meschkat-Peters, Stadtarchiv Hannover, Gedenkstättenarbeit
Veranstalter: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., BV Hannover
Dienstag, 16. Februar, 19.00 Uhr
Tod am Hindukusch – Braucht die Bundeswehr eine Militärgerichtsbarkeit?
Die Zukunft der Strafverfolgung deutscher Soldaten im Auslandseinsatz
Podiumsgespräch
Die Beispiele häufen sich: Auch deutsche Soldaten sind an der Tötung afghanischer Zivilisten beteiligt, meist ein tragischer Irrtum oder doch fahrlässige Tötung, gar Totschlag? Die Staatsanwaltschaft in Deutschland ermittelt, weil das deutsche Strafrecht auch für deutsche Truppen im Ausland gilt. Ist die eigentliche Provokation für die Öffentlichkeit die Erkenntnis, dass zur „Normalität“ des Einsatzes auch der Gebrauch der Waffen, das Töten gehört oder irritiert eher, dass gegen die verantwortlich Handelnden Ermittlungsverfahren eingeleitet werden? Nicht immer wird sich fern des Kriegsgeschehens sauber klären lassen, was Notwehr war oder was in Verkennung der Gefahrenlage geschah. Muss das deutsche Strafverfahrensrecht geändert werden, um den veränderten Aufgaben der Bundeswehr Rechnung zu tragen? Die Vorschläge reichen von einer eigenen Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Potsdam, dem Sitz des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, bis hin zu einer eigenen Militärgerichtsbarkeit. Wäre ein Sonderrecht für Soldaten das Ende des Staatsbürgers in Uniform?
Darüber diskutieren:
Brigitte Schulte, SPD, von 1998 bis 2002 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung
Prof. Dr. Heike Krieger, Freie Universität Berlin, Richterin am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin
Florian Pfaff, Major, Referent Darmstädter Signal
Christian Sieh, Justiziar, Deutscher Bundeswehr-Verband e.V.
Eckart von Klaeden, CDU, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium; bis Oktober 2009 Außenpolitischer Sprecher der CDU)CSU Bundestagsfraktion (angefragt)
Moderation: Dr. Uwe Day, NDR Hannover
Veranstalter: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., BV Hannover
Dienstag, 23. Februar, 19.00 Uhr
Vortrag
„Der Tod kam immer im Morgengrauen.“
Schicksale hannoverscher Deserteure. Lesung aus Gerichtsakten und Briefen über Deserteure in und aus Hannover
Klaus Falk, DFG/VK Hannover
Auf dem Friedhof Fössefeld in Linden sind mindestens 21 Soldaten begraben, die zumeist wegen Fahnenflucht auf dem Garnisonschießplatz der Wehrmacht in Hannover-Vahrenheide erschossen wurden. Keiner von ihnen kam aus Hannover. Die Gräber hannoverscher Soldaten, die wegen Fahnenflucht exekutiert wurden, sind über ganz Europa verstreut. Der Ort, der heute an ihr Schicksal erinnert, ist das Denkmal für den unbekannten Deserteur auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus.
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover

mahnwache 9.01.08

 

Wir wollen: Nicht länger schweigen!

Wir bitten die Menschen Hannovers, nicht mehr länger zu schweigen! Schließen Sie sich unserem Protest an!

‚Eingreifen und Handeln’ kann aber nicht heißen: die Schuld in der Entwicklung in der Region „eindeutig und ausschließlich“ der Hamas zuzuschreiben, wie dies Kanzlerin Merkel getan hat. Diese Behauptung ist mit Fakten zu widerlegen und stellt eine Unterstützung der kriegerischen Politik Israels dar:
Wir beziehen uns auf die Presserklärung der ‚Internationalen Liga für Menschenrechte’ v. 30. 12. 08:
Das gegenwärtige Blutbad ist u. a, die Folge der Nichtakzeptanz einer gewählten palästinensischen Regierung und einer verschärften Politik der Selbstjustiz und Gewalt im Gazastreifen. Die offen verkündeten Ziele der israelischen Regierung sind:

Härteste Kollektivstrafen gegen Mitglieder und Anhänger von Hamas sowie Sturz der von der Hamas gestellten Regierung. Das internationale Recht verbietet beides: Sowohl Kollektivstrafen als auch die Einflussnahme auf die politische Selbstbestimmung eines anderen Landes.“

Hamas hatte vor Ablauf der mit Israel vereinbarten Waffenruhe am 19. Dezember 2009 erklärt, eine Waffenruhe sei angesichts der Blockade des Gazastreifens nicht mehr möglich.

Dies führte zu keiner Reaktion Israels, der EU, der USA

Nach Tagen des Luftkrieges ist die israelische Armee jetzt auch mit Bodentruppen in den dicht besiedelten Gazastreifen eingedrungen. Eine humanitäre Katastrophe mit vielen Toten und Verletzten  findet statt.

Die Weltöffentlichkeit wird Zuschauerin der brutalen Vergewaltigung einer ganzen Zivilbevölkerung von 1,5 Millionen Menschen, während der Waffengang die Sicherheit der Menschen im Nahen Osten und im Süden Israels und die gesamte Region des Nahen Ostens immer stärker gefährdet.

Allerdings kann die Kritik am israelischen Vorgehen kein Freispruch für die Politik der Hamas sein, die mit ihren Raketenangriffen die Bevölkerung Israels in ständige Angst versetzt. Damit trägt sie auch dazu bei, dass die israelische Bevölkerung dem militärischen Vorgehen ihrer Regierung in weitem Maße zustimmt.

Mit der ‚Deutschen Sektion der European Jews for a just Peace’ und der israelischen Friedensbewegung erklären wir: Probleme können nicht durch systematische Ermordung und Tötung der Gegner gelöst werden! Hass gebiert Hass, Gewalt erzeugt neue Gewalt und Wut!

Ø  Für einen sofortigen Waffenstillstand

Ø  Für einen sofortigen Stopp der Waffengewalt auf beiden Seiten!

Ø  Zurück an den Verhandlungstisch!

Ø Für die Ermöglichung aller humanitären Hilfen für die Zivilbevölkerung in Gaza.

Mahnwache am 9. Januar von 16.00 bis 17.00 am Kröpcke

Friedenswoche Hannover & Deutsche Friedensgesellschaft-VereinigteKriegsdienstgegnerInnen – Gruppe Hannover

 

1 31 32 33 34