singender Protest gegen Militärkonzerte

Einladung zum singenden Protest gegen Militärkonzert in Neustädter Hof- und Stadtkirche: „Es ist Krieg – entrüstet euch!“

wie Ihnen bekannt ist, protestierte das Friedensbüro Hannover gemeinsam mit anderen antimilitaristischen Gruppen und Einzelpersonen mehrfach – zuletzt am Ostersonntag 2010 – gegen Konzerte der Bundeswehr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche.
Das dort seit 2008 stattfindende Adventskonzert dient u. E. dazu, die Akzeptanz von Militär und Krieg in der Zivilgesellschaft zu erhöhen und reiht sich damit in zahlreiche Versuche der Bundeswehr ein, Ziviles und Militärisches zu vermischen. Neben der Präsenz der Bundeswehr in Uniform in einem Gotteshaus und dem Ausschluss der breiten Öffentlichkeit von dieser Veranstaltung ist es ein Skandal, dass friedlich vorgetragener Protest kriminalisiert wird.

Dagegen regt sich immer größerer Widerstand auch in den Kirchen. Deshalb wird am 1. Dezember 2010 abends auf dem Platz vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche ein friedliches Gegenkonzert mit Chor und Bläserchor stattfinden.
Geplant sind „Verleih uns Frieden“ von Schütz, moderne Kirchenlieder und Kanons aus unterschiedlichen Ländern wie Israel und Afrika.
Zu einer Probe mit allen Interessierten sind Sie herzlich eingeladen am 13. November 2010 von 10:00 – 18:00 Uhr im Haus kirchlicher Dienste, Archivstr. 3, 30169 Hannover.
Anmeldungen zu Konzert und Probe bitte per Email an das Friedensbüro Hannover unter aveop@web.de
Ansprechpartnerin im Friedensbüro Hannover e. V. Brunhild Müller-Reiß, Maschstr. 24 in Hannover
Arbeitsfeld Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste: Klaus Burkhardt
________________________________________________
„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“     
So klar drückte es die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) auf der Vollversammlung 1948 in Amsterdam aus. Bis heute ist dies ein Grundkonsens der 349 Mitgliedskirchen des ÖRK weltweit.
Die „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ (2001-2010) wurde vom ÖRK ausgerufen, um der „Logik, dem Geist und der Praxis des Krieges zu widersprechen“ und zu einer  „grundsätzlichen Absage an jede theologische Rechtfertigung von Gewalt“ beizutragen. Dieses Ansinnen hat auch die ev.-luth. Landekirche Hannovers durch den Beschluss der 22. Landessynode vom November 2000 positiv aufgenommen.
„Es ist Krieg – entrüstet Euch!“Jährlich zur Friedensdekade im November führen Kirchen Veranstaltungen und Gottesdienste durch. 2010 steht die Friedensdekade unter dem Motto „Es ist Krieg – entrüstet euch!“ Am 17. November 2010 wird u.a. dazu ein Gottesdienst um 10:00 Uhr in der Marktkirche Hannover stattfinden. Das Motto ist auch Motivation und Aufruf für das friedliche Protestkonzert vor den Neustädter Hof- und Stadtkirche.
V.i.S.d.P.: Friedensbüro Hannover, Maschstr. 24, c/o B. Müller-Reiß

Ostermarsch 2010

 

Nicht in unserm Namen!
Keine Militärkonzerte in Gotteshäusern!
Du sollst nicht töten!
Dieses christliche Gebot wird weltweit durch Kriegseinsätze mit Füßen getreten. Auch Deutschland ‚tritt mit‘. Und es wird vor allem in Afghanistan immer deutlicher, dass diese ‚humanitären Einsätze‘ keineswegs Humanität und Zivilisation verbreiten, sondern die Gewaltspirale immer höher schrauben.
„Nichts ist gut in Afghanistan“, sagt Frau Käßmann.
Da der Rückhalt für den militärischen Einsatz in Afghanistan in der Bevölkerung  immer weiter schwindet, versucht die BW gezielt  in wichtige gesellschaftliche Bereiche (Kirche, Gewerkschaften, Schulen etc.) einzudringen und diese zu militarisieren
Wir aber sagen:
> Keine Akzeptanzwerbung in Kirchen für Bundeswehreinsätze!
>Keine moralische ‚Aufrüstung‘ für Soldaten in Kriegseinsätzen!
> Keine Militärkonzerte in Gotteshäusern!
Zur Aktion:

–       Ab 16.00 Infotisch vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche, (Calenberger Neustadt) Neustädter Markt.

Infowände Gespräche zur Information für KirchenbesucherInnen eine Stunde vor dem Kantatengottesdienst,

Musik, Stühle etc.: Sammeln von Unterschriften gegen  Militärkonzerte in Gotteshäusern

–        von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr Gottesdienst

–         von  18.00 bis 19.0 0 Uhr:  wieder Gespräche, Musik

„Nicht in unserm Namen“ Streitgespräch mit Bürgermeister Bernd Strauch zur Patenschaft der Stadt Hannover mit der 1. Panzerdivision

Einladung zum Friedenspolitischen Arbeitskreis am 6. April im Pavillon um 19.30 – R. 6:
„Nicht in unserm Namen“
Streitgespräch mit Bürgermeister Bernd Strauch zur Patenschaft der Stadt Hannover mit der 1. Panzerdivision

„Im Namen aller 508.107 Hannoveraner“ begrüßte Bürgermeister Strauch 2008 die Gäste des ‚Sommerbiwaks‘, das die 1. Panzerdivision alljährlich im HCC veranstaltet. Wir sgten damals und sagen auch heute: „Nicht in unserm Namen!“
Die 1. PD mit Stabssitz in Hannover kämpft als Elite-Eingreiftruppe in Afghanistan. Dieser Krieg und jegliche militärische Beteiligung Deutschlands „ist nicht in unserm Namen!“ Wir fordern deshalb die Stadt auf, die Patenschaft mit der 1. Panzerdivision zu beenden.

Wir wollen mit Bürgermeister Strauch ein Streitgespräch führen.

Ø   Welche Haltung haben Sie zu Krieg und Frieden allgemein (Engagement und KDV)?
Ø   Wie schätzen Sie die gegenwärtige Bundeswehr und ihre Einsätze ein?
Ø   Welches ist Ihre persönliche Haltung zu Bundeswehr, 1. PD und Bundeswehrschule?
Ø   Wie gehen Sie als Stadtvertreter mit dem Widerspruch ‚Hannover – Friedensstadt (Patenschaft Hiroshima – Mitgliedschaft bei ‚Mayors for Peace‘) um?
Wie ist es zu verstehen, dass am 1. September 09 Stadt und Gewerkschaften Seite an Seite mit Vertretern der 1. PD in Uniform den ‚Anti-Kriegstag‘ begingen?
Ø   Sehen Sie notwendige Konsequenzen, die aus diesem Widerspruch gezogen werden sollten?

Ø   Welche Konsequenzen sehen Sie für eine Zusammenarbeit der Stadt mit Friedens-Antimilitaristischen Gruppen?

Es haben auch VertreterInnen aus den Gewerkschaften zugesagt, zu dem Streitgespräch zu kommen.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein!

Friedensbüro Hannover e. V.

Begleitprogramm zur Ausstellung „Was damals Recht war …“

im Historischen Museum Hannover
09.12.2009 – 28.02.2010
Dienstag, 08. Dezember 2009, 19.00 Uhr
Ausstellungseröffnung
Begrüßung
Dr. Thomas Schwark, Museumsdirektor
Grußwort und Einführung in die Ausstellung
Dr. Ulrich Baumann???, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Zeitzeugengespräch mit Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der Militärjustiz; Moderation: Mechthild Dortmund, Radio Flora
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 15. Dezember, 19.00 Uhr
Vortrag
Der Politiker Hans-Karl Filbinger und der Soldat Walter Gröger. Zwei Lebensläufe
Jacqueline Roussety, Berlin
Hans-Karl Filbinger war als Marinerichter im Zweiten Weltkrieg an der Verhängung mehrerer Todesurteile gegen Deserteure beteiligt. Bei der Exekution des Matrosen Walter Gröger führte er als ranghöchster Offizier das Kommando. Nach dem Krieg wurde Filbinger als CDU-Politiker Ministerpräsident von Baden-Würtemberg. Er rechtfertigte sein Handeln während der Zeit des Nationalsozialismus mit den Worten: „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.“ Wegen dieser Aussage musste er von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktreten.
Veranstalter: Volkshochschule Hannover, Friedensbüro, DFG-VK Hannover
Ort: Volkshochschule Hannover, Raum 214
Mittwoch, 16. Dezember, 19.30 Uhr
Rosen für den Staatsanwalt, BRD 1959, 99 Min., Regie Wolfgang Staudte
Weil er während des Zweiten Weltkriegs zwei Dosen Fliegerschokolade auf dem Schwarzmarkt gekauft hat, wird der Soldat Kleinschmidt von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Durch einen Fliegerangriff entkommt Kleinschmidt der Exekution. Nach Kriegsende kehrt Kleinschmidt in seine Heimatstadt zurück und trifft auf seinen einstigen Ankläger, der mittlerweile als Oberstaatsanwalt Karriere gemacht hat …
Einführender Vortrag von Prof. Dr. Knut Hickethier (Universität Hamburg)
Kriegsgericht – Die Wehrmachtsjustiz im Film (mit Filmausschnitten)
Veranstalter und Ort: Hochhaus Lichtspiele
Dienstag, 12. Januar, 19.00 Uhr
Vortrag
„Zum Heldentod begnadigt?“ Das System der Erziehungs-, Straf- und Bewährungseinheiten der Wehrmacht
Dr. Hans-Peter Klausch, Oldenburg
30.000 Soldaten der Wehrmacht wurden wegen Fahnenflucht, Wehrkraftzersetzung, Selbstverstümmelung etc. zum Tode verurteilt und hingerichtet. Etwa 200.000 Soldaten wurden zur Bewährung in Erziehungslagern, Strafbataillonen und Konzentrationslagern verurteilt und überlebten dies nicht. Auszug aus dem Gnadengesuch des Vaters von Adolf Oppermann, der wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt wurde: „Herr General ist es nicht möglich meinem Sohn Frontbewährung zu gewähren, damit – wenn es der liebe Gott will – er auf dem Felde der Ehre den Heldentod erleidet und somit nicht die ganze Familie mit dem Schandfleck der Unehre das ganze Leben belastet ist.“
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK Hannover, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 19. Januar, 19.00 Uhr
Vortrag
Wehrmacht, Gestapo und sowjetische Kriegsgefangene
Dr. des. Rolf Keller, Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten
Im Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion wurden von deutscher Seite das Völkerrecht und kriegsrechtliche Konventionen weitgehend missachtet. Die Wehrmacht verweigerte den sowjetischen Kriegsgefangenen eine Behandlung nach den Grundsätzen der Internationalen Genfer Konvention von 1929. Die Wehrmachtsgerichtsbarkeit wurde für sie als nicht zuständig erklärt: Bei Flucht, Widerstand oder anderen vermeintlichen Vergehen wurden die Gefangenen der Gestapo übergeben und in der Regel in die Konzentrationslager der SS eingeliefert.
Durch gezielte Mordaktionen und infolge unzureichender Versorgung, brutaler Behandlung und harter Arbeit kamen mindestens 2,5 Millionen sowjetische Krieggefangene ums Leben. In der Lüneburger Heide richtete die Wehrmacht 1941 drei große „Russenlager“ ein: Allein in Bergen-Belsen, Fallingbostel-Oerbke und Wietzendorf starben etwa 50 000 sowjetische Kriegsgefangene. Das Schicksal der Gefangenen in diesen Stammlagern und deren Arbeitskommandos in Nordwestdeutschland steht im Mittelpunkt des Vortrags.
Ort: Historisches Museum Hannover
Mittwoch, 27. Januar, 19.00 Uhr
Vortrag
Der Krieg heiligt die Mittel. Die Rolle der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg
Hannes Heer
„Hannes Heer, ehemaliger Leiter der Wehrmachtsausstellung, skizziert in seinem Vortrag, wie die Wehrmacht nach 1933 neben der NSDAP zur „Zweiten Säule“ des NS-Regimes  wurde – zum stabilisierenden Faktor der Diktatur, zur Planerin des neuen Krieges und zur Garantin des Rassegedankens. Er zeichnet nach wie „Hitler’s Army“ bei der Besetzung Polens 1939 den Bruch des Völkerrechts und den Völkermord erprobte. Im „Unternehmen Barbarossa“ ab Juni 1941 demonstrierte sie einen neuen Typ von Krieg, bei dem der Massenmord an Juden und „Slawen“ Teil der militärischen Operationen wurde. Amoralität war Normalität geworden.“
Eine Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK, Liberale Jüdische Gemeinde Hannover, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 02. Februar, 19.00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Joachim Perels (Hannover) und Prof. M. Karl-Heinz Lehmann, Burgdorf
Die juristische Aufarbeitung der NS-Wehrmachtsjustiz nach 1945 in der Bundesrepublik
Ein Kapitel bundesdeutscher Rechtsgeschichte: Während die Kriegsrichter der Wehrmacht nach dem Krieg juristisch nicht zur Verantwortung gezogen wurden, sondern nicht selten Karriere in der Justiz machten, kämpften Deserteure jahrzehntelang vergeblich um ihre Rehabilitierung und wurden als Feiglinge und Verräter diffamiert.
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK Hannover, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover
Dienstag, 09. Februar, 19.00 Uhr
Denkzeichen! – oder: „Wo sind die Deserteure?“
Die Erinnerung an die Opfer der NS-Wehrmachtsjustiz in der deutschen Gedenkkultur
Impulsreferat und Podiumsdiskussion
Die Errichtung von Mahnmalen zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges erfolgte nach Kriegsende schnell und gesellschaftlich konsensfähig. Doch bereits 1953 fragte der spätere Nobelpreisträger Heinrich Böll: „Wo sind die Deserteure?“ Es sollte bis 1981 dauern, bevor in Kasel das erste Denkmal für den unbekannten Deserteur eingeweiht wurde. Erst 2002 wurde die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure durch den Bundestag beschlossen. 2009 ist nun auch die letzte Opfergruppe der damaligen NS-Richter rehabilitiert worden: die so genannten „Kriegsverräter“. Per Gesetz erhielten jene Menschen posthum und pauschal ihre Ehre und Würde zurück.
Über den problematischen Umgang im Gedenken an die Opfer der NS-Wehrmachtsjustiz in der Bundesrepublik Deutschland und ihren heutigen Platz in der Erinnerungskultur diskutieren:
Dr. Norbert Haase, Historiker Dresden
Prof. Ulrich Krempel, Direktor Sprengel Museum Hannover, Jury-Mitglied Denkmal für die Kölner Deserteure
Prof. Rolf Wernstedt, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landtagspräsident a. D.
Brunhild Müller-Reiß, AG Denkmal für den unbekannten Deserteur i. d. DFG-VK Hannover
N.N., Referent/in Bundesministerium für Verteidigung
Moderation: Dr. Thomas Schwark, Direktor Historisches Museum Hannover; Dr. Sabine Meschkat-Peters, Stadtarchiv Hannover, Gedenkstättenarbeit
Veranstalter: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., BV Hannover
Dienstag, 16. Februar, 19.00 Uhr
Tod am Hindukusch – Braucht die Bundeswehr eine Militärgerichtsbarkeit?
Die Zukunft der Strafverfolgung deutscher Soldaten im Auslandseinsatz
Podiumsgespräch
Die Beispiele häufen sich: Auch deutsche Soldaten sind an der Tötung afghanischer Zivilisten beteiligt, meist ein tragischer Irrtum oder doch fahrlässige Tötung, gar Totschlag? Die Staatsanwaltschaft in Deutschland ermittelt, weil das deutsche Strafrecht auch für deutsche Truppen im Ausland gilt. Ist die eigentliche Provokation für die Öffentlichkeit die Erkenntnis, dass zur „Normalität“ des Einsatzes auch der Gebrauch der Waffen, das Töten gehört oder irritiert eher, dass gegen die verantwortlich Handelnden Ermittlungsverfahren eingeleitet werden? Nicht immer wird sich fern des Kriegsgeschehens sauber klären lassen, was Notwehr war oder was in Verkennung der Gefahrenlage geschah. Muss das deutsche Strafverfahrensrecht geändert werden, um den veränderten Aufgaben der Bundeswehr Rechnung zu tragen? Die Vorschläge reichen von einer eigenen Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Potsdam, dem Sitz des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, bis hin zu einer eigenen Militärgerichtsbarkeit. Wäre ein Sonderrecht für Soldaten das Ende des Staatsbürgers in Uniform?
Darüber diskutieren:
Brigitte Schulte, SPD, von 1998 bis 2002 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung
Prof. Dr. Heike Krieger, Freie Universität Berlin, Richterin am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin
Florian Pfaff, Major, Referent Darmstädter Signal
Christian Sieh, Justiziar, Deutscher Bundeswehr-Verband e.V.
Eckart von Klaeden, CDU, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium; bis Oktober 2009 Außenpolitischer Sprecher der CDU)CSU Bundestagsfraktion (angefragt)
Moderation: Dr. Uwe Day, NDR Hannover
Veranstalter: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., BV Hannover
Dienstag, 23. Februar, 19.00 Uhr
Vortrag
„Der Tod kam immer im Morgengrauen.“
Schicksale hannoverscher Deserteure. Lesung aus Gerichtsakten und Briefen über Deserteure in und aus Hannover
Klaus Falk, DFG/VK Hannover
Auf dem Friedhof Fössefeld in Linden sind mindestens 21 Soldaten begraben, die zumeist wegen Fahnenflucht auf dem Garnisonschießplatz der Wehrmacht in Hannover-Vahrenheide erschossen wurden. Keiner von ihnen kam aus Hannover. Die Gräber hannoverscher Soldaten, die wegen Fahnenflucht exekutiert wurden, sind über ganz Europa verstreut. Der Ort, der heute an ihr Schicksal erinnert, ist das Denkmal für den unbekannten Deserteur auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus.
Veranstalter: Friedensbüro, DFG-VK, Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
Ort: Historisches Museum Hannover

mahnwache 9.01.08

 

Wir wollen: Nicht länger schweigen!

Wir bitten die Menschen Hannovers, nicht mehr länger zu schweigen! Schließen Sie sich unserem Protest an!

‚Eingreifen und Handeln’ kann aber nicht heißen: die Schuld in der Entwicklung in der Region „eindeutig und ausschließlich“ der Hamas zuzuschreiben, wie dies Kanzlerin Merkel getan hat. Diese Behauptung ist mit Fakten zu widerlegen und stellt eine Unterstützung der kriegerischen Politik Israels dar:
Wir beziehen uns auf die Presserklärung der ‚Internationalen Liga für Menschenrechte’ v. 30. 12. 08:
Das gegenwärtige Blutbad ist u. a, die Folge der Nichtakzeptanz einer gewählten palästinensischen Regierung und einer verschärften Politik der Selbstjustiz und Gewalt im Gazastreifen. Die offen verkündeten Ziele der israelischen Regierung sind:

Härteste Kollektivstrafen gegen Mitglieder und Anhänger von Hamas sowie Sturz der von der Hamas gestellten Regierung. Das internationale Recht verbietet beides: Sowohl Kollektivstrafen als auch die Einflussnahme auf die politische Selbstbestimmung eines anderen Landes.“

Hamas hatte vor Ablauf der mit Israel vereinbarten Waffenruhe am 19. Dezember 2009 erklärt, eine Waffenruhe sei angesichts der Blockade des Gazastreifens nicht mehr möglich.

Dies führte zu keiner Reaktion Israels, der EU, der USA

Nach Tagen des Luftkrieges ist die israelische Armee jetzt auch mit Bodentruppen in den dicht besiedelten Gazastreifen eingedrungen. Eine humanitäre Katastrophe mit vielen Toten und Verletzten  findet statt.

Die Weltöffentlichkeit wird Zuschauerin der brutalen Vergewaltigung einer ganzen Zivilbevölkerung von 1,5 Millionen Menschen, während der Waffengang die Sicherheit der Menschen im Nahen Osten und im Süden Israels und die gesamte Region des Nahen Ostens immer stärker gefährdet.

Allerdings kann die Kritik am israelischen Vorgehen kein Freispruch für die Politik der Hamas sein, die mit ihren Raketenangriffen die Bevölkerung Israels in ständige Angst versetzt. Damit trägt sie auch dazu bei, dass die israelische Bevölkerung dem militärischen Vorgehen ihrer Regierung in weitem Maße zustimmt.

Mit der ‚Deutschen Sektion der European Jews for a just Peace’ und der israelischen Friedensbewegung erklären wir: Probleme können nicht durch systematische Ermordung und Tötung der Gegner gelöst werden! Hass gebiert Hass, Gewalt erzeugt neue Gewalt und Wut!

Ø  Für einen sofortigen Waffenstillstand

Ø  Für einen sofortigen Stopp der Waffengewalt auf beiden Seiten!

Ø  Zurück an den Verhandlungstisch!

Ø Für die Ermöglichung aller humanitären Hilfen für die Zivilbevölkerung in Gaza.

Mahnwache am 9. Januar von 16.00 bis 17.00 am Kröpcke

Friedenswoche Hannover & Deutsche Friedensgesellschaft-VereinigteKriegsdienstgegnerInnen – Gruppe Hannover

 

Kundgebung 1.12.08

Das Friedensbüro ruft gemeinsam mit dem ‚Antimilitaristischen Aktionskreis’ zu einer 

Kundgebung am 1. Dezember von 18.00 – 20.00 vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche (Calenberger Neustadt) auf. 

Treffpunkt ist: Calenberger Str./Ecke Archivstr.

Der Anlass der Kundgebung ist ein Militärkonzert der 1. Panzerdivision in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis.

Im letzten Jahr gab es Proteste gegen das Militärkonzert in der Marktkirche. Antimilitaristinnen kritisierten den ‚Schulterschluss zwischen Militär und Kirche’. Sie erklärten, dass die Kirche sich entscheiden müsse, den Krieg als Mittel politischer Auseinandersetzung im Sinne des ‚Du sollst nicht töten!’ ernst zu nehmen, oder, wie in vergangenen Jahrhunderten, ‚mit Gott auf allen Seiten’ die Kämpfenden zu segnen.

Weil die Marktkirchengemeinde in diesem Jahr nicht bereit ist, ihre Kirche einem Militärkonzert zur Verfügung zu stellen, das nur durch massiven Polizeieinsatz  durchgeführt werden kann, soll das Konzert in der Neustädter Kirche am 1. Dezember um 19.00 stattfinden.

Die Gemeinde der Neustädter Kirche hat mit dem Hans-Lilje-Forum ein eher enges Verhältnis zur Bundeswehr. Mit einer Veranstaltungsreihe ‚Den Frieden neu denken?’ wurde mehr oder minder deutlich das Konzept: ‚Frieden durch Einsatz des Militärs’ zu erreichen, vertreten.

Der Neustädter Hof, der Platz vor der Kirche, ist der Bundeswehr für die fragliche Zeit von der Stadt zur Sonderbenutzung (Parken der Bundeswehrbusse) zur Verfügung gestellt worden. Wir halten dieses für einen Skandal: Wer hat hier an welchen Stellen das ‚Hausrecht’? Die Kirche? Die Stadt? Das Militär? Sollen die Busse die KundgebungsteilnehmerInnen optisch und akustisch von der Kirche fernhalten?

Wir werden uns trotz des Versuchs, uns vom direkten Ort des Geschehens fernzuhalten, für die BesucherInnen des Konzerts bemerkbar machen.

Keine Feier mit der Bundeswehr

Am 22.08.2008 wird die 1.Panzerdivision sich wieder gemeinsam mit der Stadt beim Sommerbiwak im Stadtpark feiern.

Selbstverständlich ohne uns: Wir protestieren gegen diese Veranstaltung mit:

! Nach Kündigung des Lister Turms durch die Stadt Hannover –  neuer Ort für das Friedensbiwak!

– Kundgebung ab 17.00 Uhr vor dem Stadtpark

– 19:00 Uhr Demonstration

– 20:00 Uhr Friedensbiwak mit verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern im Pavillon, Raschplatz

– ab 22:30 Demo und Abschlusskundgebung vom Lister Turm zum Stadtpark

Veranstalter ist der Antimilitaristische Aktionskreis Hannover unterstützt unter anderem vom Friedensbüro Hannover.

Genauere Infos und den Aufruf gibt es in den nächsten Tagen hier.

Wessen Freiheit wird am Hindukush verteidigt?

Veranstaltung mit Ellen Diederich, Internationales Frauenfriedensarchiv Fasia Jansen e.V. Oberhausen
Donnerstag, 10. April 2008, Beginn 19.30 Uhr verdi-Höfe Hannover Goseriede 10–12 Veranstaltungsbereich »Rotation«
Veranstalter: Friedensbüro Hannover e.V., Rosa Luxemburg Bildungswerk Niedersachsen, ver.di-Bildungswerk, Bündnis für die Zukunft; unterstützt vom DGB Region Niedersachsen Mitte

Die USA und die NATO wollen, dass deutsche Soldaten sich auch an Kampfeinsätzen in Afghanistan beteiligen. Was für ein Krieg ist das? In diesem Jahr befindet sich Afghanistan seit 30 Jahren im Krieg. Von den geschätzten 16 Millionen Afghanen Ende der siebziger Jahre wurden mehr als zwei Millionen in dem Widerstandskampf gegen die sowjetischen Besatzer und später im Bürgerkrieg umgebracht. Fünf Millionen Menschen sind in Flüchtlingslager in den Iran und nach Pakistan geflohen.

Die Lage der Frauen in Afghanistan war und ist grauenvoll: Den Frauen wurde und wird das Recht auf Bildung versagt, sie sind weitgehend aus dem Berufsleben ausgeschlossen, die Mädchenschulen geschlossen. Das Recht auf Reisen, auf Rechtsbeistand, auf Gesundheit wird verwehrt, war nur ein männlicher Arzt im Chirurgenteam, konnte die Operation nicht stattfinden. Die Aussage
einer Frau galt nur die Hälfte des Zeugnisses eines Mannes. Ehebruch wurde und wird mit Steinigung bestraft. Die Alphabetisierungsrate bei den Frauen beträgt 5%. Alles dies ist von der internationalen Frauenbewegung seit langem angeklagt worden. Wir forderten Asyl für Frauen aus Afghanistan aus diesen Gründen. Keines der Länder, die den Krieg führen, hat dem zugestimmt. Stattdessen wurden und werden in diesem Krieg Frauen instrumentalisiert, indem gesagt wird, der Krieg wird auch um Frauenbefreiung geführt. Frauen befreit man also, in dem man ein Land mit Landminen bepflastert, Streubomben abwirft, Uranmunition, die bleibende Schäden auf viele Generationen bewirken, massenweise einsetzt?
Afghanistan hat »das Pech«, große Ressourcen wie Gasvorkommen zu haben, an denen die G8 Länder Interesse haben. Die Global Players sind zu einem Amoklauf gestartet, um die letzten Märkte, Investitionsfelder und Ressourcen der Welt so hemmungslos und ausgiebig und so lange wie noch möglich auszubeuten. Der Name dieses Projektes im zivilen Bereich heißt WTO, also Welthandelsorganisation, bzw. Freihandel weltweit, unterstützt vom Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und den transnationalen Konzernvereinigungen. Im militärischen Bereich sind es die US-amerikanischen Kriegskräfte und die NATO. Daneben besteht für Afghanistan das strategische Interesse konkurrierender Multis und Staaten in dem Ansinnen, eine Pipeline durch das Land zu bauen, um die großen Öl- und Gasvorkommen aus Mittelasien bis an das Arabische Meer nach Indien und Pakistan zu führen.
Diese Entwicklung und Profit versprechende Länder Süd- und Südostasiens haben großen Bedarf an den Ressourcen aus Mittelasien.
Ein anderes ökonomisches Interesse an der Region, das eine erhebliche Rolle spielt, ist der Heroinhandel. Etwa 200 Milliarden
Dollar aus dem Heroinhandel werden aus der Produktion in der Region um Afghanistan umgesetzt. Die Milliardenumsätze
im Drogenhandel werden in das westliche Bankensystem geschleust. Die meisten großen internationalen Banken waschen, zusammen mit ihren Tochtergesellschaften in den Steuerparadiesen, große Mengen von Drogendollar. Der internationale
Drogenhandel ist vom Umfang her mit dem internationalen Ölhandel vergleichbar.
Die Friedensbewegung fordert: . . . in Übereinstimmung mit zahlreichen humanitären Organisationen, die sich stets für eine strikte Trennung von zivilen und militärischen Maßnahmen ausgesprochen haben, eine radikale Änderung der deutschen Afghanistan-Politik. Hilfe kommt nicht von Tornados oder aus Bomben und Raketen. Hilfe kommt allein von zivilen Maßnahmen, die heute schon erfolgreich in Gegenden durchgeführt werden, wo sich keine Besatzungstruppen befinden, wie beispielsweise die »Kinderhilfe Afghanistan« immer wieder betont. Mit dem Geld, das für eine Tornado-Flugstunde ausgegeben wird, könnte in
Afghanistan eine ganze Schule errichtet werden. Die afghanische Ärztin Azadine sagt, was für sie Frieden in ihrem Land bedeutet:
»Für uns Frauen in Afghanistan bedeutet Frieden, dass die Länder, die uns seit 30 Jahren nichts als Krieg, Minen und Tote, Hunger, Krankheiten und Vergewaltigungen gebracht haben, ihre Minen, Waffen und Soldaten nehmen, das afghanische Volk um Vergebung bitten und gehen. GEHEN

1 24 25 26 27